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Der Steuertipp : Auch Nebentätigkeiten interessieren das Finanzamt

  • -Aktualisiert am

Papierformular für die Einkommensteuererklärung Bild: dpa

Wer neben dem Gehalt noch andere Einkünfte hat, muss für die Steuererklärung einiges beachten und falls nötig eine Einnahmen-Überschussrechnung abgeben.

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          Immer häufiger haben Steuerpflichtige nicht nur eine Quelle, aus der sie Einkünfte beziehen, sondern mehrere. Beziehen Arbeitnehmer oder andere Steuerpflichtige dabei Einkünfte, die nicht dem Steuereinbehalt unterliegen, müssen sie eine Einkommensteuererklärung abgeben. Das betrifft beispielsweise den Arbeitnehmer, der neben der nichtselbständigen Arbeit noch eine selbständige Autorentätigkeit hat oder einen Hausmeisterservice nebenbei betreibt.

          Und damit nicht genug: Dazu gehört auch die elektronische Abgabe der Anlage EÜR (Einnahmen-Überschussrechnung). Wie der Name sagt, werden hier den Einnahmen die Ausgaben gegenübergestellt. Da die EÜR auch Freiberuflern (etwa Ärzten) sowie Gewerbebetreibenden und Land- und Forstwirten bis zum Erreichen bestimmter Umsatz- beziehungsweise Gewinngrenzen zur Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten dient, ist das amtliche Formular sehr detailliert und durchaus kompliziert.

          Bisher waren die Finanzämter kulant und haben trotz der an sich bestehenden gesetzlichen Verpflichtung auf den formellen und komplexen EÜR-Vordruck bei Einnahmen von weniger als 17.500 Euro verzichtet und eine formlose Gewinnermittlung ausreichen lassen. Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 sind die Finanzämter angewiesen, diese Vereinfachung nicht mehr zu gewähren.

          Mögen die Finanzämter anfangs noch ein Auge zugedrückt haben, fordern sie die elektronische EÜR nun ausdrücklich nach, und zwar durchaus auch unter Androhung von Zwangsgeld. Eine Ausnahme dürfte das Finanzamt nur in besonders begründeten Härtefällen gewähren. Beim Ausfüllen der Anlage EÜR sollten mit der Nebentätigkeit anfallende Ausgaben (zum Beispiel Arbeitsmittel, Fahrtkosten, Telefonkosten) angegeben werden. Etwa bei wissenschaftlicher, künstlerischer, schriftstellerischer Tätigkeit erkennt der Fiskus pauschal 25 Prozent der Einnahmen an, höchstens jedoch 614 Euro jährlich. Unbenommen bleibt aber eine Angabe höherer tatsächlich entstandener Aufwendungen.

          Nach der sogenannten Kleinunternehmerregelung bleibt die Umsatzsteuer außen vor, wenn die Bruttoeinnahmen im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen haben und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen werden. Diese Grenze hat der Bundestag (vorbehaltlich einer Zustimmung des Bundesrats) gerade ab 2020 von 17.500 Euro auf 22.000 Euro angehoben.

          Der Autor ist Steuerberater und Partner beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY.

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