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Europäische Zentralbank : Auch EZB fand keine Mängel bei Wirecard

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Andrea Enria, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums der EZB-Bankenaufsicht Bild: Reuters

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank hatte eine interne Umstrukturierung in der Wirecard-Gruppe genehmigt, die nie durchgeführt wurde. Dabei standen auch die Themen Finanzierung und Geldwäsche auf der Checkliste.

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          Vor Bekanntwerden des Wirecard-Skandals ist die Europäische Zentralbank (EZB) dem mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister offenbar ähnlich unentschlossen entgegengetreten wie die deutsche Finanzaufsicht Bafin und andere Behörden. Dieses Bild ergibt sich aus einer Antwort von Andrea Enria, dem Vorsitzenden der bei der EZB angesiedelten Bankenaufsicht, auf Fragen des Bundestagsabgeordneten Markus Herbrand (FDP). Die EZB hat das Schreiben am Mittwoch auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

          Darin räumt Enria ein, dass möglicherweise weitere Überlegungen der nationalen und europäischen Gesetzgeber darüber erforderlich sein könnten, wie Unternehmen zu beaufsichtigen und zu regulieren seien, die Zahlungsdienste anbieten. Finanzpolitiker Herbrand sagt der F.A.Z. dazu: „Es ist besorgniserregend, dass neben den deutschen Aufsichtsbehörden auch die EZB die gravierenden Missstände bei Wirecard nicht festgestellt hat, obwohl sie das Unternehmen im Jahr 2018 auf Geldwäsche und tragfähige Finanzen geprüft hat.“

          Anlass der EZB-Prüfung war eine von der Wirecard-Gruppe angeblich geplante interne Umstrukturierung, die allerdings nie durchgeführt wurde. Nach Ansicht von Herbrand handelte es sich nur um ein Ablenkungsmanöver von Wirecard, um Zeit zu gewinnen und einer wirksamen Aufsicht durch die Bafin zu entgehen. Die EZB weist diese Behauptung jedoch zurück.

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