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Verwahrentgelte : Auch die Commerzbank will die Negativzinsen abschaffen

Die Banken loten gerade aus, wie sie auf die Zinserhöhungen der EZB reagieren wollen. Bild: dpa

Immer mehr Banken reagieren auf die Pläne der EZB für Zinserhöhungen im Juli und September. Nach und nach sollen die Negativzinsen für Bankkunden verschwinden. Die ersten Institute kündigen sogar schon wieder höhere Sparzinsen an.

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          Viele Banken reagieren auf die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), im Juli und im September die Leitzinsen anheben zu wollen, ihrerseits mit Änderungen der Zinsen für Sparer. Auch die Commerzbank, die sogar auf dem Sparbuch Negativzinsen haben wollte und lange etwas vage hinsichtlich der Zukunft ihrer Regelung geblieben war, kündigt nun an, der EZB folgen zu wollen: „Wir begrüßen, dass die EZB die Zinswende nun eingeleitet hat – das ist gut für unsere Kunden, und das ist auch gut für uns“, sagte ein Sprecher: „Wenn die EZB die negativen Einlagensätze reduzieren sollte, werden wir die Entgelte für Kundeneinlagen entsprechend anpassen.“ In der vergangenen Woche hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, ihre Negativzinsen im Oktober abschaffen zu wollen.

          Neue Liste mit 19 Banken

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Vergleichsplattform Verivox legte nun eine Liste mit 19 weiteren Banken vor, die schon vor der EZB ihre Negativzinsen einstellen oder die Freibeträge stark ausweiten. Darunter sind gleich mehrere Sparda-Banken.

          So will die Sparda-Bank Nürnberg zum 1. Juli die Verwahrentgelte auf dem Girokonto und die Negativzinsen auf dem Tagesgeldkonto abschaffen; zudem will sie wieder Zinsen auf Termingelder zahlen und einen Bonus bei Einzahlungen auf dem Tagesgeldkonto. Auch die Sparda-Banken West und Hannover kündigten an, vom 1. Juli an keine Verwahrentgelte mehr zu erheben. Bei der Sparda-Bank Berlin hieß es am Donnerstag: „Im Interesse unserer Kundinnen und Kunden mit hohen Einlagen werden wir selbstverständlich ohne Verzögerung die Zinsschritte der Europäischen Zentralbank (EZB) sukzessive weitergeben.“

          Abgeschafft werden die Negativzinsen auch bei den VR-Banken Rhein-Neckar und Mittelfranken West, sowie bei den Volksbanken Bremerhaven-Cuxland, Hameln-Stadthagen, Schwarzwald-Donau-Neckar und Thü­ringen Mitte. Weitere Institute heben ihre Freibeträge sehr stark an, so dass sie für viele Kundne keine Rolle mehr spielen dürften, neben der ING Deutschland beispielsweise auch die Degussa Bank, die Oldenburgische Landesbank und die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück.

          Auch die Pioniere der Negativzinsen kündigten an, diese Regelungen bald einzustellen. So sagte ein Sprecher der Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, sobald die EZB Änderungen an den Negativzinsen vornehme, werde die Bank diese „unverzüglich“ an die Kunden weitergeben. Die Deutsche Skatbank in Thüringen, die vor rund acht Jahren ebenfalls zu den ersten Banken mit Negativzinsen gehört hatte, kündigte an, schon zum 1. Juli die Freibeträge auf eine Million Euro anzuheben. Und zwar nicht nur, wie geplant, für Bestandskunden, sondern auch für Neukunden.

          Ralf Fleischer, der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse München, sagte, in seinem Haus bereite man sich intern schon darauf vor, die Verwahrentgelte abzuschaffen. Aktuell zahlten etwa 5000 Kunden solche Entgelte – sobald der EZB-Referenzzins null oder mehr betrage, würden diese nicht mehr erhoben.

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