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Nachhaltige Geldanlagen : Atomkraft? Nein danke

Das Symbol der Anti-Atomkraftbewegung prägt auch das Gewissen deutscher Anleger. Bild: dpa

Die Mehrheit der Deutschen sieht in der Atomenergie keine nachhaltige Geldanlage. Um die Frage streiten sich in Brüssel Deutschland und Frankreich. Im Herbst wird darüber entschieden.

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          Es ist der Leitspruch der Anti-Atomkraft-Bewegung in den siebziger und achtziger Jahren gewesen: „Atomkraft? Nein danke!“ Der Spruch mit einer roten Sonne in der Mitte zierte unzählige Autoaufkleber und Buttons. Und auch heute noch prägt er das Bewusstsein der gegenüber der Atomenergie sehr kritisch eingestellten Deutschen. Wie eine Umfrage von Finanzwende Recherche ergab, lehnen 82 Prozent Atomkraft als Bestandteil nachhaltiger Geldanlagen ab.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Bundesregierung vertritt diesen Standpunkt auch in Brüssel, wo die Kommission und die Länder darum ringen, welche Energieträger für den Übergang als nachhaltig eingestuft werden können. Frankreich und osteuropäische Länder setzen dabei auf Atomkraft, die den Vorteil hat, CO2-neutral zu sein. Deutschland ist nach dem Atom-Ausstieg zwar dagegen, hat aber nicht unbedingt eine weiße Weste. Denn Gaskraftwerke sollen hier den Übergang in eine CO2-arme Wirtschaft erleichtern. Im Ausstoß von Kohlendioxid schneiden diese aber schlechter als Atomkraftwerke ab.

          Nur 15 Prozent dafür

          Nun hat dazu Finanzwende Recherche, die sich als gemeinnützige GmbH der gleichnamigen Bürgerbewegung um Verbraucherschutz, Bildung und Forschung kümmert, eine Umfrage unter 1009 Bundesbürgern in Auftrag gegeben. 82 Prozent waren der Meinung, dass eine Geldanlage, bei der Geld auch in Atomkraft angelegt wird, nicht als nachhaltig eingestuft werden kann. Gegenteiliger Ansicht waren 15 Prozent: Sie betrachten solche Geldanlagen als nachhaltig. Die restlichen drei Prozent hatten dazu keine Meinung.

          Die EU-Kommission will im Herbst darüber entscheiden, ob Atom- und Gaskraft als nachhaltig eingestuft werden können. Die Frage ist in den bisherigen Festlegungen der Kriterien, in der sogenannten Taxonomie, wegen der unterschiedlichen Auffassungen in den Mitgliedsländern ausgeklammert worden.

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