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Archegos-Fonds-Betreiber Hwang : Gott und Gier

Die Wall Street in New York Bild: Laif

Bill Hwang, frommer Christ und aggressiver Investor, hat Banken mit riskanten Wetten Milliardenverluste zugefügt. Wie konnte das passieren? Und wer ist dieser Mann?

          5 Min.

          Bill Hwang hat eine klare Vorstellung davon, wer ihm bei allem, was er tut, die Hand führt. Es ist, so sagte der amerikanische Investor mit südkoreanischen Wurzeln vor Jahren, Gott persönlich. „Ich werde nicht aufhören zu investieren und zu arbeiten, solange Gott mich lässt.“

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In den vergangenen Tagen allerdings waren es sehr irdische Dinge, die starke Zweifel am Tun des zuvor allenfalls in der New Yorker Finanzszene bekannten Hwang weckten – auch wenn er selbst Gott womöglich weiterhin auf seiner Seite wähnt. Hwang hat es innerhalb kürzester Zeit zu wenig erfreulichem Ruhm gebracht. Der Mann, von dem bekannt ist, dass er Sohn eines koreanischen Pastors und evangelikaler Christ ist, hat es fast im Alleingang geschafft, die Finanzwelt in Unruhe zu versetzen: Die beiden Großbanken Credit Suisse aus der Schweiz und Nomura aus Japan meldeten wegen riskanter Geschäfte mit Hwang Verluste in Milliardenhöhe. Geschätzte zwei Milliarden Dollar sind es bei Nomura, möglicherweise sogar drei bis vier Milliarden Dollar bei Credit Suisse. Auch andere bekannte Namen der amerikanischen Wall Street wie Goldman Sachs und Morgan Stanley sollen Hwang als Geschäftspartner akzeptiert haben, übrigens auch die Deutsche Bank. Sie scheinen aber zumindest ohne größere Verluste aus der Sache herauszukommen.

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