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Arbeitsmarkt : Tariflöhne für Arbeitnehmer steigen

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Das Baugewerbe profitiert von steigenden Tariflöhnen Bild: dpa

Vom Anstieg der zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern vereinbarten Löhne profitieren vor allem der öffentliche Dienst und das Baugewerbe. Auch finden mehr Frauen sozialversicherungspflichtige Jobs.

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          Die Tarifverdienste der deutschen Arbeitnehmer sind im zweiten Quartal 2019 durchschnittlich 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Berücksichtigt wurden tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte, lag der Anstieg ohne Sonderzahlungen bei 2,9 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise nur um 1,6 Prozent.

          Die Statistiker weisen allerdings darauf hin, dass bei der Entwicklung der Tarifverdienste einschließlich Sonderzahlungen große Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen bestehen. Am stärksten stiegen die Tarifverdienste im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (+6,5 %), bei der Wasserversorgung und Entsorgung (+6,4 %), bei der Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (+5,5 %) sowie in der Öffentlichen Verwaltung (+5,3%).

          Ursache für die überdurchschnittlichen Tarifsteigerungen in diesen Branchen war vor allem ein Doppeleffekt aus dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Gemeinden (TVöD). Daneben machten sich in diesen Wirtschaftszweigen die Nachzahlungen aus dem Tarifabschluss für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bereich der Länder (TV-L) bemerkbar. Dieser wurde rückwirkend zum Januar 2019 abgeschlossen, wurde aber erst im 2. Quartal 2019 ausgezahlt.

          Überdurchschnittlich erhöhten sich die Tarifverdienste auch im Baugewerbe (+4,6 %). Hier erhielten die Tarifbeschäftigen unter anderem eine Einmalzahlung in Höhe von 600 Euro, die im Juni 2019 ausgezahlt wurde. Deutlich geringer stiegen die Tarifverdienste im Verarbeitenden Gewerbe (+1,7 %) sowie im Handel (+1,3 %).

          Mehr Frauen finden Hauptjob

          Auf dem deutschen Arbeitsmarkt finden laut Destatis immer mehr Menschen einen regulären Job. Davon profitierten im vergangenen Jahr vor allem Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr hatten rund 300.000 Frauen zusätzlich einen sozialversicherten Hauptjob mit mehr als 20 Wochenstunden. Die Steigerung um 2,8 Prozent auf 11,1 Millionen Personen war deutlich höher als bei den Männern und in der Gesamtheit. Allerdings sind Frauen immer noch wesentlich häufiger in so genannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen angestellt, zu denen auch Befristungen und Leiharbeit gezählt werden. Die Bundesagentur für Arbeit wird am Donnerstag auch Arbeitsmarktdaten für den Monat August vorstellen.

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