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Nachwuchs-Banker am Limit : Geld, Status und fünf Stunden Schlaf

Ein junger Mann eilt in die Zentrale der Investmentbank Lehman Brothers in New York. Bild: dpa

Die Finanzbranche rühmt sich dieser Tage mit einem stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit. Ihre jüngsten Mitarbeiter arbeiten sich aber zu Grunde. Und die Banken? Wollen nichts davon wissen.

          7 Min.

          Vor sieben Jahren starb ein 21-Jähriger in London – während seines Praktikums. Das absolvierte er in einer der größten und einflussreichsten Investmentbanken der Welt, der Bank of America Merrill Lynch. Dass sein Tod so hohe Wellen schlug, hatte mit den Arbeitsbedingungen des jungen Mannes zu tun: 72 Stunden am Stück soll er zuvor gearbeitet, drei Nächte durchgemacht haben, bevor er nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte. Wenig später wurde er tot in seiner Dusche gefunden. Tod durch Erschöpfung und Überarbeitung, lautete der Vorwurf an die Bank. Im Anschluss daran hatte die Bank verkündet, aus dem Fall lernen zu wollen. Doch haben die Bank und die Branche, die für ihre harten Arbeitsbedingungen bekannt sind, wirklich daraus gelernt?

          Antonia Mannweiler
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          In den Frankfurter Bankentürmen ist es Praxis, als Praktikant oder „Young Professional“ Nächte durchzumachen und bis zu 100 Stunden in der Woche zu arbeiten. „Frankfurt ist bekannt als Stadt mit harten Arbeitszeiten“, sagt Stefan, der wie alle anderen Gesprächspartner seinen echten Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. Stefan hat seine Karriere vor mehr als sechs Jahren mit einem Praktikum bei einer amerikanischen Investmentbank in Frankfurt begonnen. Es folgte eine Station bei einem großen Beratungsunternehmen, mittlerweile arbeitet er im Private Equity. Ein typischer Werdegang.

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