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Apple & IBM : Gute Vorzeichen für Technologie-Aktien

Apple glänzt weiter Bild: AFP

Die positiv aufgenommenen Zahlen von Apple und IBM lassen nicht nur für die Kurse der beiden historisch vergleichsweise günstigen Aktien auf weitere Kursgewinne hoffen.

          3 Min.

          Die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten schreitet voran und bisher haben Aktienanleger Grund, zufrieden zu sein. Am Dienstag sorgten vor allem die großen Technologieunternehmen IBM und Apple für gute Stimmung, auch wenn es bei Apple Sorgen um den Gesundheitszustand des Firmenchefs Steve Jobs gibt.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor dessen abermaliger Auszeit zeigt sich Apple bestens aufgestellt: Zum wiederholten Male hat Apple seine Rekorde eingestellt und in seinem ersten Geschäftsquartal, das mit dem Kalenderjahr endet, unter dem Strich 6 Milliarden Dollar verdient. Das war fast doppelt soviel wie im bereits guten Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 71 Prozent auf 26,7 Milliarden Dollar hoch.

          iPhone, iPad, MacBook Air

          Damit übertraf Apple sogar die kühnsten Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Quartalsgewinn von 5 Milliarden Dollar und einem Umsatz von 24,4 Milliarden gerechnet.

          Bild: F.A.Z.

          Apple verkaufte 16,2 Millionen iPhones und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. „Wir hätten noch mehr iPhones verkaufen können, wenn wir sie auf Lager gehabt hätten“, sagte Finanzchef Peter Oppenheimer. Neben den Privatkunden würden auch immer mehr Unternehmen auf das Smartphone umschwenken. Bislang war das Firmenkunden-Geschäft eine Domäne des Rivalen Research In Motion (RIM) mit seinen Blackberrys.

          Der Verkauf von Mac-Computer stieg um 23 Prozent auf 4,1 Millionen Stück. Das neue, besonders dünne und leichte Laptop MacBook Air sei der Treiber gewesen, erläuterte Oppenheimer. Der Tablet-Computers iPad ging im vergangenen Quartal 7,3 Millionen mal über den Ladentisch. Nur bei den iPod-Musikspielern gingen die Verkäufe um 7 Prozent auf 19,5 Millionen zurück. Das ist aber eingerechnet: Viele Musikliebhaber hören ihre Songs mittlerweile lieber über das iPhone oder ein anderes Handy.

          Weiter selbstbewusst

          Apple kann sich also wachsender Konkurrenz bislang immer noch gut erwehren, auch wenn die Konkurrenz immer schneller wird. Nach wie vor aber läuft sie hinterher. So war es Apple gewesen, das den brach liegenden Markt für die sogenannten Tablet-PCs erschlossen mit dem iPad erschlossen hatte. Die Konkurrenzprodukte, viele mit dem Android-Betriebssystem des Internetkonzerns Google, kamen erst hinterher.

          Apple gibt sich weiter selbstbewusst: „Wir laufen unter Volldampf“, sagte Jobs, „und wir haben in diesem Jahr einige aufregende Dinge in petto.“ Spekuliert wird unter anderem über eine neue Version des iPads. Tim Cook, der Jobs während seiner Auszeit vertreten wird, berichtet von einer anhaltend starken Nachfrage: „Wir arbeiten rund um die Uhr, um mehr Geräte herzustellen.“

          IBMs Servicegeschäft wächst wieder

          Auf positive Resonanz stießen auch die Geschäftszahlen des Computerurgesteins IBM, der schon seit langem ein IT-Dienstleistungskonzern ist. Im Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf ein Rekordniveau von 29,0 Milliarden Dollar (21,7 Milliarden Euro). Der Gewinn kletterte sogar um 9 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr verdiente IBM gut 14,8 Milliarden Dollar und damit 11 Prozent mehr. Diese Zahlen lagen alle etwas über dem Durchschnitt der Analystenschätzungen.

          Im Schlussquartal stiegen sogar die Neuabschlüsse im Servicegeschäft um 18 Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar wieder an, nachdem hier über zwei Quartale hinweg Flaute geherrscht hatte. Das Servicegeschäft ist die mit Abstand größte Sparte des Konzerns. In diese drängen Konzerne, die wie einst IBM vor allem im Hardware-Geschäft tätig waren, wie HP oder Dell. IBM ist nur noch im Servergeschäft tätig.

          Auf in die Cloud

          Für das gerade begonnene Jahr 2011 prophezeit Vorstandschef Samuel Palmisano ein noch besseres Abschneiden als zuvor. IBM erwartet ein Ergebnis je Aktie von mindestens 12,56 Dollar. Analysten rechnen allerdings mit 12,63 Dollar.

          IBM will verstärkt zukaufen und dafür bis 2015 mindestens 20 Milliarden Dollar ausgeben. Als Wachstumsmarkt gilt besonders das Cloud Computing, wodurch Programme oder Daten in großen Rechenzentren ausgelagert und nur bei Bedarf vom Arbeitsplatz-PC abgerufen werden.

          IBM gilt als Gradmesser für den Zustand der Technologiebranche und auch Apple findet in dieser Hinsicht viel Beachtung. Nachbörslich stiegen die Aktienkurse der beiden um rund zwei bzw. ein Prozent.

          Aktien vergleichsweise günstig

          Für die Aktienkurse von Technologie-Unternehmen, die noch ihre Zahlen vorlegen werden, wie etwa Texas Instruments am Montag oder EMC, die sich dem Cloud Computing verschrieben haben und die am Dienstag berichten, sind das gute Vorzeichen.

          Die Apple-Aktie ist mit Blick auf die durchschnittlichen Analystenprognosen derzeit bei geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) von knapp 17 für das laufende und rund 14,5 für das kommende Jahr verhältnismäßig günstig.liegt dies historisch doch meist über 20 und betrug vor der Finanzkrise oft mehr als 40. Auch IBM ist mit KGVs von knapp 12 für das laufende und 10,7 für das kommende Jahr nicht teuer.

          Der kleine Kurseinbruch bei Apple aufgrund der Sorge um Steve Jobs dürfte daher bald vergessen sein und der Kurs neue Höchststände erreichen. Auf einem Allzeithoch befinden sich auch IBM und auch dies könnte nicht das letzte gewesen sein.

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