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Apple-Aktie : Und ewig lockt das Gewinnpotential

  • -Aktualisiert am

Apple-Konzernchef Tim Cook präsentiert im kalifornischen Cupertino das neue iPhone Bild: AP

Apple-Fans weltweit sind vom neuen iPhone 6 und der Smartwatch begeistert. An der Börse wurde das Spektakel nüchtern aufgenommen. Der Aktienkurs gibt nach, doch das Papier ist im Hightech-Bereich nach wie vor eine Klasse für sich.

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          Es ist schon immer wieder gigantisch, wie der amerikanische Hightech-Konzern Apple seine Produkt-Präsentationen durchführt. Die jüngste am Dienstag unterstreicht dies. Emotionen pur - nicht nur bei den Fans. Und an der Börse? Da bleibt man einen Tag danach nüchtern. Die Aktie verliert sogar deutlich.

          Sind es mal wieder zu hohe Erwartungen an Apple gewesen? Das wäre ja nichts Neues. Der Konzern mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist seit Jahren geradezu verdammt, immer wieder die besten Produktinnovationen zu garantieren. Die Anleger wollen schließlich befriedigt werden.„iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind die bedeutendsten Weiterentwicklungen in der Geschichte des iPhones“, so Apple-Konzernchef Tim Cook bei der Präsentation.

          Nüchtern betrachtet hat Apple mit seinen neuen Mobilfunkgeräten für keine allzu große Überraschung gesorgt. Neben einem neuen Design und größeren Bildschirmen konnte man davon ausgehen, dass die neuen iPhones mit besseren Kameras und leistungsfähigeren Chips daherkommen würden. Dies ist auch in der Tat so nun eingetroffen.

          Man darf aber nicht vergessen: Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt. Es macht über die Hälfte des Geschäfts des Konzerns aus. Apples Anteil am weltweiten Smartphone-Markt war zuletzt auf 12 Prozent abgerutscht. Weltweiter Marktführer ist Samsung mit seinen Android-Handys. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Apple mit den neuen Modellen im Weihnachtsgeschäft deutlich aufholen dürfte

          An der Börse herrscht keine große Euphorie

          Apple wird seine Erfolgsgeschichte – vor allem an der Börse – aber wohl fortschreiben können. Maßgeblich dafür verantwortlich könnte das wirklich neue Produkt des Konzerns sein: die Smartwatch. Mit dieser neuen Computeruhr will man den seit Jahren anhaltenden Erfolg von iPhone und iPad wiederholen. Die Uhr ist schließlich der erste Vorstoß des Konzerns in eine neue Produktkategorie seit dem iPad-Tablet vor über vier Jahren. Sie war daher die wichtigere Hardware-Neuheit der Präsentation. Das Hauptaugenmerk der Analysten galt jedoch neben der Uhr dem neuen digitalen Bezahlsystem Apple Pay, das der herkömmlichen Brieftasche Konkurrenz machen soll.

          Von großer Euphorie ist bisher allerdings am Aktienmarkt noch nichts zu spüren. Waren sich vor Jahren die Analysten über den Erfolg neuer Apple-Produkte sehr einig, so liegen dieses Mal die Einschätzungen deutlich auseinander. Die Apple Watch verfüge über einige interessante Funktionen wie eine Aktivierung per Stimme und den Nahfunk-Standard NFC für mobile Bezahldienste, schreibt etwa Jon Cox vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Allerdings dürfte die Form einige Nutzer enttäuschen, da sie einem iPod Mini mit verschiedenen Armbändern ähnele. Zudem glaubt Cox nicht, dass die auf Gesundheit und Fitness gerichteten Funktionen die Uhr attraktiv genug für einen größeren Käuferkreis machen. Die Bedrohung für Uhrenhersteller wie etwa Swatch sei nicht so groß wie befürchtet, lautet sein Fazit.

          Ben Schachter, Analyst bei der australischen Investmentbank Macquarie, bewertet die neue Apple-Uhr noch zurückhaltender. Diese müsse erst beweisen, dass sie den Nutzern im Alltag wirklich einen Mehrwert bringe. Zudem warteten die Anleger weiter auf den Apple-Fernseher und ein großflächigeres iPad. Es seien Apps, Software und Dienstleistungen, die das Betriebsergebnis (Ebit) des Unternehmens weiter antreiben dürften.

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