https://www.faz.net/-gv6-99d6y

iPhone in der Krise? : Apple-Aktie fällt um 7 Prozent

  • Aktualisiert am

Werden weniger iPhones nachgefragt? Analysten rechnen mit sinkenden Absatzzahlen. Bild: Reuters

Die Gerüchte über ein mögliches Abflauen des Smartphone-Booms lassen auch Apple nicht unberührt. An der Börse macht sich Unruhe breit – aber sind das vielleicht Sorgen auf sehr hohem Niveau?

          2 Min.

          Schlechte Nachrichten über den erfolgsverwöhnten Tech-Riesen Apple hört man eher selten. Doch seit Donnerstag beobachten Anleger und Investoren den Aktienkurs des wertvollsten Unternehmens der Welt mit großer Sorge: in nur zwei Tagen gab die Aktie um 7 Prozent nach, der Börsenwert fiel um mehr als 60 Milliarden Dollar. Der Niedergang der Apple-Aktie ließ auch den den Dow Jones bluten. Am späten Freitagmorgen fiel der amerikanische Börsenbarometer um 230 Punkte – für 40 davon werden die Turbulenzen bei Apple verantwortlich gemacht.

          Was war passiert? Die Angst vor einer sinkenden Nachfrage nach dem iPhone treibt Apple schon seit einigen Wochen um. Das Thema bekam jedoch neuen Aufwind, nachdem einer der wichtigsten Zulieferer von Apple, der Chiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), diese Woche seine Umsatzprognose für das aktuelle Quartal heruntergeschraubt hatte. Der bedeutende taiwanische Halbleiterproduzent hatte einen unerwartet schwachen Umsatzausblick gegeben, was Sorgen um die Geschäfte in der ganzen Smartphone-Branche auslöste. TSMC gilt als Gradmesser für die Branche und verdankt Apple rund 20 Prozent seines Umsatzes. Der Konzern warnte vor einer „weiterhin schwachen Nachfrage auf dem Smartphone-Sektor“, was von vielen als Bestätigung der Gerüchte gewertet wurde, Apple wolle die Produktion des iPhone X zurückschrauben.

          Die Unruhe am Aktienmarkt bekamen daraufhin auch andere mit Apple in Kooperation stehende Chiphersteller zu spüren. Die Kurse von Qorvo und Skyworks Solutions und auch der Philadelphia Semiconductor Index büßten mehrere Prozentpunkte ein. Wie die Financial Times berichtet, haben auch Analysten ihre Erwartungen in Apple gedrosselt. Morgan Stanley etwa korrigierte seine Vorhersage für die Warenauslieferung um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach unten. Anstelle von den an der Wall Street prognostizierten 43 Millionen iPhones, rechne man im zweiten Quartal nur mehr mit der Auslieferung von 34 Millionen Stück. In China war der Absatz von Smartphones im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2009 gefallen, weltweit sogar zum ersten Mal seit 2004.

          Eigentlich ist das iPhone X ein Erfolgsgarant

          In den Augen mancher Analysten ist das iPhone X das größte Problem für Apple. Möglicherweise sei das neueste Modell der iPhone-Familie vielen Menschen doch etwas zu revolutionär: Es hat weder einen eigenen Eingang für Kopfhörer, noch einen Home-Button. Der Kaufpreis von 1.149 Euro spricht für sich. Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. Apples Premium-Handy sorgt dafür, dass sich der Konzern wohl erst mal keine großen finanziellen Sorgen machen muss.

          APPLE

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Apple macht alleine mit seinen iPhones mehr Umsatz als der deutsche Premium-Autohersteller BMW oder der Industriekonzern Siemens oder die Deutsche Post. „Das iPhone X übertraf unsere Erwartungen und war unser meistverkauftes iPhone in jeder Woche, seitdem wir begonnen haben, es auszuliefern“, erklärte Apple-Chef Tim Cook im Februar, als er die Geschäftszahlen vorstellte. Dass es sich bei den Sorgen der Anlegern also möglicherweise um ein echtes Luxus-Problem handelt, haben Fachleute der asiatischen Analysefirma Counterpoint ausgerechnet. Sie haben die mit dem Verkauf von Handys auf der ganzen Welt gemachten Gewinne im Schlussquartal des vergangenen Jahres zusammenaddiert und dann ermittelt, wie groß der Anteil einzelner Geräte daran ist. Ihr Ergebnis: Das iPhone X steht für 35 Prozent dieser Gewinne.

          Aber gerade weil das iPhone das wichtigste Zugpferd des 840 Milliarden Dollar schweren Unternehmens ist, sorgen die Gerüchte über ein Ende des Smartphone-Booms für Nervosität an der Börse. Alle Augen richten sich nun auf den 1.Mai. Dann wird Apple die offiziellen Geschäftszahlen für das erste Quartal vorstellen. Wie groß die Angst ist, dass im gleichen Zuge auch ein ins Stocken geratener Absatz des iPhones vermeldet wird, wird sich an der weiteren Entwicklung des Kurses zeigen.

          Weitere Themen

          Zusatzrente vom Chef

          FAZ Plus Artikel: Betriebsrenten : Zusatzrente vom Chef

          Die Regierung macht Betriebsrenten attraktiver: Künftig werden weniger Krankenkassenbeiträge fällig. Vier Millionen Rentner dürfen sich freuen. Und was ist mit dem Rest?

          Topmeldungen

          Formel 1 in Brasilien : Ferrari flucht

          Verrücktes Finale beim Formel-1-Rennen in São Paulo: Die beiden Ferrari-Piloten schießen sich gegenseitig ab und scheiden nach der Kollision aus. Der Zoff der Stallrivalen bei der Scuderia eskaliert endgültig.
          Bleibt mehr Geld von der Betriebsrente?

          Betriebsrenten : Zusatzrente vom Chef

          Die Regierung macht Betriebsrenten attraktiver: Künftig werden weniger Krankenkassenbeiträge fällig. Vier Millionen Rentner dürfen sich freuen. Und was ist mit dem Rest?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.