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Apo Bank : Mehr Gesundheit fürs Depot

Fortschritte in der Medizin können Chancen für Anleger bieten Bild: obs

Bisher waren die Fonds von Apo Asset Management insbesondere für Mediziner und Apotheker reserviert. Doch nun sollen auch andere Anleger investieren können.

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          Die Apo Asset Management GmbH öffnet ihr Fondsangebot für die breite Öffentlichkeit. War bislang Exklusivität für die Eigentümer Apotheker- und Ärztebank (Apo Bank) und die zum Axa-Konzern gehörende Deutsche Ärzteversicherung vereinbart, wurde die Geschäftsordnung mittlerweile geändert. „Wir haben im Laufe der Jahre eine hohe Expertise für die Geldanlage im Gesundheitsbereich aufgebaut, von der nun alle Anleger profitieren sollen“, sagt Geschäftsführer Claus Sendelbach im Gespräch mit dieser Zeitung.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Schon im Jahr 2005 hat die Düsseldorfer Apo Asset ihren ersten Gesundheitsfonds aufgelegt, der mittlerweile ein Volumen von gut 700 Millionen Euro erreicht hat. Am Management des Apo Medical Opportunities (WKN A0EQ6Y) arbeiten nicht nur die Fachleute von Apo Asset mit, sondern auch von Medical Strategy, einem auf Gesundheitsthemen spezialisierten Investmentberater aus Gräfelfing bei München. „Damit verfügen wir über die Expertise von mehr als 20 Analysten und Fondsmanagern in diesem Bereich“, sagt Heiko Opfer, der zweite Geschäftsführer der Apo Asset. „Im Gegensatz zu anderen Fondsgesellschaften, in denen das Gesundheitsthema nur eines von vielen ist, bieten wir den lupenreinen Fokus und haben damit hohe Anziehungskraft für die wenigen Experten in diesem Bereich, die sich andernorts nur in einer Nischenrolle gefühlt haben.“

          Gerade bei Medical Strategy arbeiten Brancheninsider. „Das sind Molekularbiologen und andere – man könnte fast schon sagen – Nerds mit tiefer Kenntnis neuer Wirkstoffe und nahe an der Grundlagenforschung“, sagt Opfer. Im Januar hat sich die Apo Asset an der inhabergeführten Gesellschaft mit 25,1 Prozent beteiligt. Im Opportunities-Fonds fließt die Expertise in den Bereichen Pharma und Biotech ein. Die Apo Asset kümmert sich um die Auswahl der Medizintechnik-Unternehmen aus den Bereichen Verwaltung, Versicherung und Prozessmanagement.

          Alterung als Kurstreiber

          Der Fonds liegt im laufenden Jahr 23 Prozent im Plus. Das ist zwar weniger als zum Beispiel der Dax mit 27 Prozent. Der Fonds weist aber geringere Kursschwankungen auf. Die Geschäftsführer verweisen zudem auf die langfristige Perspektive. „Die Gesundheitsbranche profitiert von Megatrends wie der Alterung der Gesellschaft und dem Wohlstandsgewinn in den Schwellenländern und ist zudem weitgehend konjunkturunabhängig“, sagt Sendelbach. Derzeit geben die Vereinigten Staaten 17 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit aus – ein globaler Spitzenwert. In Deutschland und Japan sind es 11 Prozent, in China 6, in Indien 5 und in Indonesien 3. Hier wird großes Wachstumpotential gesehen.

          Die Apo Asset hat daher gerade einen eigenen Apo Emerging Health Aktienfonds (WKN A2PPZD) aufgelegt, der in Gesundheitswerte aus Schwellenländern investiert. Für China, Indien und den Fernen Osten liefern die Fachleute der Schweizer Bellevue Asset Management ihre Expertise zu. Den Rest der Welt macht die Apo Asset selbst. Zur Wertentwicklung lässt sich noch nichts Substantielles sagen.

          Dritter Fonds im Gesundheitsuniversum ist der Apo Digital Health (WKN A2AQYW), der sich seit gut zwei Jahren auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen fokussiert. Aus Deutschland zählt die Koblenzer Compugroup zu den größeren Titeln, aber auch SAP und Siemens Healthineers sind im Fonds. Schwerpunkt ist aber eindeutig Amerika, wo auch Tech-Giganten wie Google, Apple und Amazon im Fonds sind, weil sie einen zunehmend großen Teil ihrer Forschungsinvestitionen in den nächsten fünf Jahren in den Gesundheitsbereich stecken werden und sich dort großes Marktpotential versprechen. Der Fonds ist fulminant gestartet, liegt dieses Jahr 25 Prozent im Plus, mit Blick auf zwei Jahre sind es 40 Prozent.

          Der vierte Fonds baut ganz auf die Expertise der Medical Strategy in der Medikamentenforschung. Der Medical Biohealth (WKN 941135) investiert langfristig in Unternehmen, von denen bahnbrechende Erfindungen neuer Medikamente und Therapien erhofft werden. In diesem Jahr liegt er knapp 40 Prozent im Plus. In den vergangenen zehn Jahren gab es im Schnitt stolze 18 Prozent Wertzuwachs. Die meisten Titel in dem Fonds mit einem Volumen von gut 300 Millionen Euro sind wenig bekannt.

          „Wir sind keine Index-Schmuser“

          Wie auch in den anderen Fonds von Apo Asset wird sehr viel Wert auf eingehende Analyse der Unternehmen gelegt und fernab der Leitindizes in diesem Bereich investiert. „Das gefällt Fondsanalysten wie Morningstar nicht, wir sind aber keine langweiligen Index-Schmuser, sondern bieten den Anlegern sorgsam zusammengestellte Produkte fern der ausgetretenen Pfade für ihr Geld“, sagt Opfer.

          Die Apo Asset hat noch nicht die Durchschlagskraft, um im aktiven Vertrieb von Banken und Sparkassen eine große Rolle zu spielen. Sie setzt daher vor allem auf selbstentscheidende Anleger, die auf Fondsplattformen ihre Fonds aussuchen, sowie auf Honorarberater. „Wir gehen jetzt einen ersten Schritt nach außen und hoffen, dass unsere Expertise im Gesundheitsbereich viele Anleger und Anlageberater überzeugt“, sagt Sendelbach. „Wir haben hochanerkannte Berater wie den langjährigen Ärztekammerpräsidenten Frank Ulrich Montgomery und den Vorsitzenden des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Ferdinand Gerlach, mit besten Kontakten in der Branche.“

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