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German Pellets : Wieder leere Stühle beim Gläubigertreffen

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Beim Gläubigertreffen von German Pellets blieben viele Stühle leer. Die meisten Anleger haben die Hoffnung auf ihr Geld schon aufgegeben. Bild: dpa

Von 280 Millionen Euro an Anlegergeldern blieben nach der Pleite nur noch 4,4 Millionen. Doch viele Anleger haben ihr Geld schon längst abgeschrieben.

          Schätzungsweise 17.000 Menschen haben beim Brennstoffhersteller German Pellets (Wismar) Geld angelegt - und größtenteils verloren. Von den etwa 280 Millionen Euro, die das Unternehmen über Anleihen und Genusscheine einsammelte, sind nach Abzug der Belastungen durch Drittrechte lediglich 4,4 Millionen übrig, wie Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde den Gläubigern in dieser Woche in Schwerin vermittelte. Am Freitag wählten die Inhaber eines Genussscheines in Höhe von 15 Millionen Euro auf der letzten von vier Gläubigerversammlungen einen Gemeinsamen Vertreter.

          Rechtsanwalt Hartmut Göddecke aus Siegburg wird ihre Forderungen bei der Insolvenzverwalterin anmelden und sie im weiteren Verfahren vertreten. An den Vortagen hatten die Inhaber der Wertpapiere bereits den Kölner Anwalt Daniel Vos sowie in zwei Fällen die Steuerberatungsgesellschaft CMS gewählt. Am 5. Oktober ist die eigentliche Gläubigerversammlung in Schwerin geplant.

          Geldmangel und geringe Nachfrage

          Das deutlichste Zeichen dafür, dass die Anleger kaum noch daran glauben, ihr Geld wiederzusehen, war die äußerst geringe Beteiligung an den Versammlungen. Die Anwälte hätten zwar jeweils mehrere Gläubiger vertreten, dennoch habe nur ein Bruchteil der Geldgeber teilgenommen, sagte der Sprecher der Insolvenzverwalterin, Wolfgang Weber-Thedy. Nur um die 150 Anleger und Anwälte kamen zu den Treffen, für die das Amtsgericht Schwerin als Insolvenzgericht die Kongresshalle der Stadt gemietet hatte.

          Dass das Interesse so gering sein würde, sei nicht absehbar gewesen, sagte die Direktorin des Amtsgerichts, Monika Köster-Flachsmeyer. Um sicherzugehen, dass kein Gläubiger aus Platzmangel abgewiesen werden muss, hatte sie die Halle mit rund 1000 Stühlen gewählt. Die Höhe der Kosten für Miete, Technik und Sicherheitskräfte nannte sie nicht. Für den Saal muss das Gericht aufkommen.

          Der Verkauf des Unternehmens German Pellets verlief nach den Worten von Insolvenzverwalterin Schmudde bisher sehr erfolgreich. Die deutschen Werke seien in neuen Händen und würden bereits oder bald wieder produzieren, sagte sie. German Pellets hatte im Februar den Insolvenzantrag gestellt, Anfang Mai wurde das Verfahren eröffnet. In Insolvenz sind nach ihren Worten auch die beiden Pellet-Werke in den Vereinigten Staaten. Als Ursachen der Pleite des Erneuerbare-Ernergie-Unternehmens gelten Geldmangel und die geringe Nachfrage nach Holzpellets wegen der niedrigen Preise für Öl und Gas.

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