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Milliarden-Maschine EZB : Wie kommt das Geld in die Welt?

  • -Aktualisiert am

So wie normale Menschen ein Konto bei der Deutschen Bank oder der Sparkasse haben, hat jede Bank in Deutschland ein Konto bei der Bundesbank. Martina Göpel ist nichts anderes als die Kundenberaterin dieser Banken. „Sie rufen uns an, wenn sie Fragen oder technische Probleme haben“, erklärt sie. Auf den Konten liegt das Zentralbankgeld der Banken - also das Geld, das Cœuré, Holthausen und schließlich Thomas in die Welt gebracht haben. Göpel kann das Konto jeder Bank in Deutschland einsehen. Als sie sich einst beworben hat, wusste sie gar nicht, was die Bundesbank eigentlich macht. Sie war im Telefonbuch die Namen aller Banken durchgegangen, hatte nicht zwischen Zentralbank und Geschäftsbank unterschieden. „Mittlerweile bin ich schlauer“, sagt sie.

Wenn die 45-Jährige heute erzählt, gelingt es ihr innerhalb weniger Minuten, für die dritte Überraschung in dieser Geschichte zu sorgen. Die lautet: Das Zentralbankgeld kann kaum hinaus in die wirkliche Welt. So kann beispielsweise die Commerzbank ihr Zentralbankgeld zwar an eine andere Bank im Target-System überweisen, an die Deutsche Bank, an Santander oder Unicredit. Aber sie kann es nicht aus dem Target-System herausnehmen, auf die Konten ihrer Kunden überweisen oder damit ein paar schicke neue Filialen bauen. Um Zentralbankgeld ins wirkliche Leben zu transferieren, kann sie es nur abheben. Dann bekommt es die Bank als druckfrisches Bargeld.

Der normale Mensch kommt mit diesem Geld kaum je in Berührung. Auch er kann nur Bargeld abheben, wenn er an Zentralbankgeld kommen will. Ein Konto bei der Zentralbank kann er nicht beantragen. Mit einer Ausnahme natürlich: wenn er seine eigene Bank gründet.

Aber mal abgesehen von der Bargeldbeschaffung: Wozu benötigt eine Bank überhaupt dieses Zentralbankgeld auf ihrem Konto? Fragen wir bei der Bank nach.

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Zurück im Turm der ungenannten Bank. Unser Experte ist vorsichtig: „Im Prinzip bräuchten wir keine Zentralbank, damit unser Geschäft funktioniert“, sagt er. Doch in der Krise, da brauchte man die Zentralbank und ihr Geld eben doch. Und zwar aus einem Grund: „Wenn die EZB Zentralbankgeld ausgibt gegen Sicherheiten, die ansonsten gerade nicht oder nur schlecht handelbar sind.“ Wenn sie also genau jene Griechenland- oder Portugal-Papiere nimmt, die gerade kein anderer will. „Die Notenbank hält den Markt in der Krise flüssig“, sagt der Banker.

In der Not sind Banken also glücklich über die EZB. Aber auch in besseren Zeiten gibt es Gründe, wieso eine Bank ihr Konto bei der Zentralbank hat.

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Bundesbankzentrale im Frankfurter Norden. Marc Resinek ist Ökonom in einer Abteilung, die sie hier in der Bundesbank kurz M nennen, M wie Märkte. Er beschäftigt sich mit Grundsatzfragen der Währungspolitik - und er kann sehr gut erklären, was kaum einer begreift. Er sagt: „Zentralbankgeld ist das Schmiermittel für das Bankensystem, für das Getriebe der Wirtschaft.“

Er kennt die Gründe, aus denen die Banken dieses Geld halten. Der erste ist simpel: Sie müssen es tun. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, einen gewissen Anteil der Kundenguthaben in Form von Zentralbankgeld zu halten. Das nennt man die Mindestreserve. „In normalen Zeiten halten die Banken nicht viel mehr Zentralbankgeld als das, was sie halten müssen“, sagt Resinek.

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