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Unternehmensanleihen : Übernahme macht Telekom-Anleihen weniger reizvoll

  • Aktualisiert am

Kritische Augen vom Anleihenmarkt Bild: ddp

Auch wenn sie unternehmensstrategisch sinnvoll sein mag. Die Beteiligung der Telekom an der griechischen Telekommunikationsgesellschaft OTE wird auf dem Kreditmarkt eher kritisch beäugt.

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          Es sorgte schon für einiges Aufsehen, als die Rating-Agenturen Standard & Poor“s (S&P) und Moody“s am Montagabend bekannt gaben, ihre Bewertungen der Deutschen Telekom zu senken. Das langfristige Schuldenrating für den Bonner Konzern stufte S&P von „A-“ auf „BBB+“ ab. Das langfristige Schuldenrating senkte S&P von „A-“ auf „BBB+“. Auch Moody“s senkte am Abend das Rating für den Bonner Konzern auf „Baa1“. Der Ausblick sei unverändert stabil.

          Grund der Abstufung ist der Einstieg der Bonner beim griechischen Telefonkonzern OTE. Die Deutsche Telekom hatte vergangene Woche den Kauf von 25 Prozent plus eine Stimme an OTE bekannt gegeben. Dies wird den Konzern 3,2 Milliarden Euro kosten. Laut Vorstandschef René Obermann soll sich der Expansionskurs weiter fortsetzen.

          Akquisitionspolitik dürfte Verschuldung erhöhen

          Angesichts dieser Akquisitionspolitik dürfte es für den Konzern schwer werden, die Kriterien für ein A-Rating zu erfüllen, begründete S&P die Herabstufung und erklärte, das Verhältnis von bereinigter Verschuldung zu operativem Gewinn liege nachhaltig über dem für „A-“ erforderlichen Wert von 3,0. Eine Strategie der Senkung der Schulden sei bei der Telekom nicht erkennbar, weshalb nur mit einem höheren operativen Gewinn auch eine Verbesserung des Verschuldungsgrades erreichbar sei.

          Das sei angesichts der belastenden Wechselkurseffekte aus den Geschäften in Großbritannien und Vereinigten Staaten und der schwer abzuschätzenden Kosten für den Abbau von Personal aber problematisch, erläuterte S&P.

          Moody's erkennt zwar an, dass die OTE-Beteiligung der Telekom Wachstumsaussichten in Südosteuropa verschaffe, allerdings sei es angesichts möglicher weiterer Zukäufe unwahrscheinlicher geworden, dass die von Moody's bislang erwartete Verbesserung des
          Verschuldungsgrades erreicht werde. Denn es sei zunehmend wahrscheinlich, dass die Telekom weitere schuldenfinanzierte Übernahmen tätigt, um die internationale Präsenz zu erhöhen - und das zu einer Zeit, da die Bedingungen auf dem heimischen Markt schwierig blieben und Umsatz, operativen Gewinn und Cashflow belasteten.

          Schwieriges Festnetzgeschäft

          Auch die S&P-Analysten beurteilen die Ergebnisentwicklung im Festnetzgeschäft kritisch. Der Telekom gehen jeden Monat tausende Kunden verloren. Mit den neuen Komplettpaket und besserem Service will der Konzern den Schwund aufhalten. Erst am Montag senkte die Deutsche Telekom erneut die Preise für ihre Komplettangebote fürs Telefonieren und Surfen. Künftig werde man eine Basisvariante für 29,95 Euro im Monat anbieten. Der Preis für die monatliche Flatrate für das deutschlandweite Telefonieren sei um 17 Prozent gesenkt worden. Damit folgt man aber lediglich Wettbewerbern, die die 30-Euro-Grenze für kombinierte Telefon- und Internetangebote bereits längst unterschritten haben.

          Zudem dürfte sich der Konkurrenzdruck erhöhen. Nachdem Vodafone seine deutsche Festnetztochter Arcor nun vollständig übernommen hat, will man nun stärker wachsen und die Deutsche Telekom angreifen“, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei habe sich Arcor in den vergangenen vier
          Quartalen bereits besser geschlagen als Wettbewerber. Weitere Zukäufe seine nicht ausgeschlossen.

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