https://www.faz.net/-gv6-p9os

Unternehmensanleihen : Tabak-Mittelläufer haben Kursspitzen im Blick

  • Aktualisiert am

Sie war´n am End´ der Welt, sogar in Fürstenfeld: Fabrik von Gallaher in Österreich Bild: Gallaher

Altadis kämpft mit sinkenden Erträgen und Steuererhöhungen. British American Tobacco hängt wie Altria ein latentes Prozeßrisiko im Nacken. Tabak-Anleihen zeigen sich dennoch stark. Besonders Gallaher-Titel wirken attraktiv.

          4 Min.

          Westeuropäische Staaten kämpfen mit sich weitenden Haushaltslöchern. Auf der Suche nach Mitteln, die großen Finanzierungslücken zu schließen, haben Frankreich und Deutschland unter anderem die Tabaksteuern erhöht. Zum Leidwesen etwa des französisch-spanischen Tabakproduzenten Altadis, der mit sinkenden Erträgen kämpft, die auch einer üppig ausgefallenen Einkaufstour geschuldet sind. In Amerika vertretene Zigarettenhersteller wie British American Tobacco (BAT) und Altria sehen sich angesichts der Klagefreudigkeit von Menschen in den Vereinigten Staaten, die sich als Opfer des Rauchens begreifen, einem latenten Prozeßrisiko ausgesetzt.

          Gleichwohl: Anleihen von Tabakkonzernen haben sich in den vergangenen Wochen sehr stark gezeigt und dabei robuster als der Rentenmarkt allgemein. So ist die 2013 fällige Anleihe von Altadis von 99,1 Prozent auf zuletzt 102,7 Prozent hochgelaufen und hat dadurch einen Kursgewinn von 36 Euro erzielt - eine schöne Summe angesichts der Jahreszinsen von 51,25 Euro, die das Papier abwirft.

          Auch der im gleichen Jahr auslaufende BAT-Titel und die 2011 fällige Anleihe des britischen Tabakkonzerns Gallaher, die seit Ende Juli noch 99,25 Prozent auf 100,8 Prozent gestiegen ist, haben sich stark verbessert. Und gerade der britische Titel scheint in dieser Anleihegruppe interessant, da er die Risiken der anderen nicht aufweist.

          Altadis hat weniger verdient als erwartet - Mehr Schulden

          Finanzierungskosten und Goodwillabschreibungen im Zusammenhang mit dem Kauf der Regie des Tabacs du Maroc haben den Nettogewinn von Altadis im ersten Halbjahr gedrückt. Er sank um 14 Prozent auf 190 Millionen Euro. Die Konsensprognose der Analysten von 207,7 Millionen Euro wurde verfehlt. Die im Juli 2003 erworbene marokkanische Gesellschaft hat 82 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von 1,7 Milliarden Euro beigetragen. In Frankreich ist der Umsatz um 60 Millionen Euro gesunken.

          Der Schuldendienst ist von 23 Millionen Euro auf 41 Millionen Euro gestiegen. Die Nettoverschuldung wurde auf 1,7 Milliarden Euro beziffert verglichen mit einer Milliarde Euro vor Jahresfrist. Eine gute Nachricht: In der Sparte Zigaretten stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) um 4,4 Prozent auf 325 Millionen Euro gestiegen, die Marge stagnierte bei 35,4 Prozent. Zudem hat Altadis mit den Marken Fortuna und Gauloises seinen Marktanteil in Frankreich von 19,6 auf 18,8 Prozent leicht erhöht. Im Geschäftsfeld Zigarren wuchs esgemessen in konstanten Dollarkursen um 26,9 Prozent oder in Euro um 14,8 Prozent auf 95 Millionen Euro. Die Marge legte um 0,7 Punkt auf 23,9 Prozent zu.

          Nach dem ersten Halbjahr ist Konzern zuversichtlich, im Gesamtjahr das Ebitda um vier Prozent bis sechs Prozent zu steigern. Zudem sei 2004 mit einem starken Anstieg des freien Anteils am Barmittelzufluß zu rechnen, teilte der Zigarettenhersteller mit. Anfang 2005 will Altadis die Zigarettenpreise in Frankreich erhöhen.

          Bei 2013 fälligen Anleihen hat BAT die Nase leicht vorn

          Den jeweils 2003 auf den Markt gebrachten Anleihen des Konzerns hat der enttäuschende Periodengewinn ebensowenig geschadet wie der gewachsene Schuldenberg und die Nachricht aus dem Hause der Ratingagentur Standard&Poor´s, wegen der Einkaufstour und der gestiegenen Schulden das noch recht gute Rating (A-) zu überprüfen und das Ergebnis bis Ende September mitzuteilen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die neuen Vorsitzenden der SPD Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

          Umfrage : SPD gewinnt, AfD verliert

          Zum Abschluss ihres Parteitags gibt es für die SPD gute Nachrichten von den Meinungsforschern. Unter den neuen Vorsitzenden Esken und Walter-Borjans kann die Partei in der Wählergunst zulegen.

          Parteitag in Berlin : Die Wende der SPD

          Der Parteitag in Berlin ist ein historischer Bruch für die SPD. Sie verabschiedet sich endgültig von der „neoliberalen“ Schröder-Ära durch ein Programm für einen „neuen Sozialstaat“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.