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Unternehmensanleihen : Sparanstrengungen sprechen für Bertelsmann-Anleihen

  • Aktualisiert am

Bild: Datastream; WGZ BANK

Bei Bertelsmann ist der Gewinn im ersten Quartal deutlich gestiegen und die Schulden sind leicht gesunken. Und weil die Stärkung des Ratings weiterhin Priorität hat, dürfen sich Gläubiger bei dem Medienkonzern relativ gut aufgehoben fühlen.

          Was die Präsenz an den Finanzmärkten angeht, ist die in diesem Jahr 175 Jahre alt gewordene Bertelsmann AG an der Börse nicht mit eigenen Aktien vertreten. Relativ bekannt unter der Anlegerschaft ist aber, dass es von dem Medienkonzern Genussscheine gibt. Über diese wurde auch an dieser Stelle schön des Öfteren berichtet (siehe Links).

          Wobei die Gütersloher allerdings vor einigen Monaten ein Rückkaufangebot für die 2001 emittierten Genussscheine vorgelegt hatten, wodurch sich das ausstehende Volumen in diesem Segment verringert hat.

          Doch wer sich als Zinssparer mit etwas weniger Rendite als bei den Genussscheinen zufrieden gibt, für den existiert auch noch eine andere Alternative, um als Investor bei dem in den Bereichen Fernsehen (RTL Group), Buch (Random House), Zeitschriften (Gruner + Jahr), Medienservices (Arvato) und Medienclubs (Direct Group) in mehr als 50 Ländern der Welt aktiven Medienunternehmen einzusteigen. Und zwar gibt es gegenwärtig börsennotierte Anleihen im Gesamtvolumen von 3,5 Milliarden Euro, womit Bertelsmann zu den größten Emittenten von Euro-Anleihen im Mediensegment zählt.

          Ergebnis im ersten Quartal deutlich verbessert

          Aus Sicht der Analysten der WGZ Bank ist bei diesen Produkt durchaus ein Engagement interessant. Positiv wird in einer jüngst veröffentlichten Einschätzung auf die spürbare Ergebnisverbesserung im ersten Quartal verwiesen. Denn da ist es gelungen, deutliche Zuwächse im operativen Geschäft auszuweisen. So belief sich das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen auf 284 Millionen Euro und lag damit um mehr als das Doppelte über dem Vorjahreswert von 115 Millionen Euro.

          Der Konzernumsatz stieg im Berichtszeitraum leicht auf 3,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,5 Mrd. Euro). Auch das Konzernergebnis verbesserte sich bei einem leicht von 3,5 auf 3,6 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz von minus 78 auf plus 45 Millionen Euro. Bertelsmann bestätigte zudem die Prognose und erwartet für das Gesamtjahr 2010 eine stabile Entwicklung von Umsatz und operativen Ebit sowie ein deutlich höheres Konzernergebnis als im Vorjahr.

          Wichtig aus Gläubigersicht war zudem die Entwicklung der Schulden. Zum 31. März 2010 lagen die Nettofinanzschulden mit 2,775 Mrd. Euro leicht unter de Ende 2009 gültigen Stand von 2,793 Milliarden Euro. Auch die wirtschaftlichen Finanzschulden verringerten sich leicht seit der Jahreswende leicht von 6,024 Milliarden Euro auf 5,821 Milliarden Euro.
          Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe kommentierte dies wie folgt: „Wir haben im ersten Quartal dieses Jahres unsere Schulden weiter zurückgeführt. Der Leverage Factor hat dank der guten operativen Geschäftsentwicklung die Marke von 3,0 unterschritten. Diesen Kurs werden wir fortsetzen.“

          Stärkung des Ratings steht im Vordergrund

          Auch von WGZ-Analyst Sascha Bluhm wird das Erreichen dieses internen Ziels begrüßt, gleichzeitig verweist er aber darauf, dass Bertelsmann damit nach wie vor aber nur über einen geringen Ratingspielraum für fremdfinanzierte Akquisitionen verfügt.
          Aber den eigenen Angaben zufolge sind zunächst sowieso keine größeren Akquisitionen geplant. Stattdessen hat sich der Vorstand auch für 2010 ins Pflichtenheft geschrieben, die Verschuldung weiter zu reduzieren. Zudem will man sich von Unternehmensteilen trennen, die nicht zum Kerngeschäft zählen. Damit soll der finanzielle Spielraum erweitert und die Ratingposition gestärkt werden.

          Vor diesem Hintergrund und beim Blick auf das Renditeniveau sieht Bluhm im Sektorvergleich unverändert Potenzial für eine Spreadeinengung und er rät deshalb zum Kauf von Bertelsmann-Anleihen. Sein Favorit ist dabei das bis zum 16. Januar 2014 laufende Papier mit der Isin XS0408678133. Beim aktuellen Kurs von 115,78 Prozent beträgt die Rendite hier 3,044 Prozent. Der Nachteil aus Sicht von Privatanlegern ist bei diesem Titel allerdings die relativ hohe Stückelung von 50.000 Euro.

          Als Alternative kommt die bis zum 26. September 2016 laufende Anleihe mit der Isin XS0268583993 in Frage. Hier beläuft sich die Rendite bis zur Endfälligkeit auf 3,736 Prozent und das Papier kann in einer 1.000er Stückelung gehandelt werden.

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