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Unternehmensanleihen : Rote Zahlen können Cognis-Gläubiger nicht schocken

  • Aktualisiert am

im Test: Wie fühlt sich das Shampoo an? Bild: Cognis GmbH

Cognis sieht sich auf gutem Weg - auch wenn Sondereffekte 2007 wieder zu roten Zahlen führten. Der Handel der Anleihen hat sich mittlerweile wieder beruhigt.

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          Wenn der Spezialchemiekonzern Cognis Ergebnisse vorlegt, so ist die Spannung immer wieder recht hoch. Gläubiger der früheren Henkel-Chemie-Sparte möchten gerne deutliche operative Verbesserungen sehen, die ein ermutigendes Zukunftsszenario aufzeigen. Das war und ist in der Spezialchemiebranche schon ohne drückende Schuldenlast in den vergangenen Jahren nicht immer einfach.

          Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 hat Cognis das angepasste operative Ergebnis immerhin um vier Prozent auf 410 Millionen Euro steigern können. Das ist schon positiv zu sehen, auch wenn der Umsatz im gleichen Zeitraum etwas stärker - um 4,3 Prozent - auf 3,52 Milliarden Euro stieg. Auf organischer Basis stieg das angepasste operative Ergebnis wiederum um 4,4 Prozent. Damit blieb die Umsatzrendite unverändert bei 11,7 Prozent.

          Kostensenkungen und Preiserhöhungen

          Der Vorstandsvorsitzende Antonio Trius sprach von einem guten Ergebnis, das trotz eines massiven Anstiegs der Rohstoffpreise und einem schwachen Dollar erzielt worden sei. Die strategische Ausrichtung sei richtig und der Wert des Unternehmens habe sich erhöht, sagte er.

          Mit Kostensenkungen und teilweise auch mit Preiserhöhungen hat das Unternehmen die stark gestiegen Rohstoffkosten ausgeglichen. Die Kosten für nachwachsende Rohstoffe, die rund die Hälfte der Ausgangsmaterialien für Cognis ausmachen, sind 2007 um 36 Prozent gestiegen.

          Alle drei Kerngeschäftsfelder - Haar-, Haut- und Körperpflege (Care Chemicals), Zusatzstoffe für die Ernährungs- und Gesundheitsindustrie (Nutrition & Health) sowie Lösungen für die Agrochemie und Schmierstoffe (Functional Products) - hätten ihren Umsatz verbessert. Am stärksten wuchs dabei das Segment der Pflegechemikalien mit einem Plus von 6,7 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro, das damit seine Stellung als umsatzstärkster Geschäftsbereich festigte.

          Wieder rote Zahlen

          Weiterhin schwierig ist die Situation bei der zum Verlauf stehenden Tochter Pulchra Chemicals, deren Umsatz um 4,7 Prozent auf 246 Millionen Euro fiel und die lediglich in China einen Umsatzzuwachs verbuchen konnte.

          Ohne Bereinigungen um Sondereffekte aus Restrukturierungen und Desinvestments fiel das operative Ergebnis um 1,4 Prozent auf 360 Millionen Euro ab. Deutlich in die roten Zahlen rutschte Cognis wieder unter dem Strich. Nachdem man im Vorjahr einen bescheidenen Überschuss von zwei Millionen Euro erzielt hatte, weist das Unternehmen für 2007 einen Jahresfehlbetrag nach Sondereinflüssen von 120 Millionen Euro auf.

          Ursache waren zum einen hohe Kosten der 2007 vorgenommenen Umschuldung, die allein mit 57 Millionen Euro ins Kontor schlug. Das Unternehmen hatte im Mai 2007 seine Darlehen durch zinsgünstigere Kredite abgelöst. Auch die Neubewertung latenter Steuern wegen der Unternehmenssteuerreform und Kosten eines Sparprogramms drückten das Ergebnis. Ohne diese Belastungen wäre ein Überschuss von 30 Millionen Euro erwirtschaftet worden, sagte Finanzvorstand Klaus Edelmann.

          Warten auf Verkäufe

          Im laufenden Jahr will sich Cognis noch stärker auf die drei Kerngeschäftsbereiche konzentrieren und habe zudem ein konzernweites Sparprogramm auf den Weg gebracht, sagte Trius. Die Zukunft der Tochter Pulcra Chemicals und des ebenfalls zum Verkauf stehenden Gemeinschaftsunternehmen Oleochemicals will man bis Ende des Jahres gelöst haben.

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