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Unternehmensanleihen : Repsol-Zinstitel profitieren vom hohen Ölpreis

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Einträglich und plakativ: Ölsuche bei Repsol Bild: Repsol

Trotz der Ölpreis-Hausse ist es mit der Aktie von Repsol zuletzt abwärts gegangen. Dagegen sind die Kurse der Anleihen des spanischen Energiekonzerns gestiegen. Sie bieten aber weiter einen schönen Renditeaufschlag.

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          Unterschiedliche Wege gehen in diesen Wochen die Aktie und die Anleihen von Repsol: Trotz der Ölpreis-Hausse ist es mit dem Dividendenpapier zuletzt abwärts gegangen. Als enttäuschend bewertete Halbjahreszahlen haben es unter Druck gesetzt. Dagegen sind die Kurse der Anleihen des spanischen Energiekonzerns gestiegen.

          Die Anleihen haben in doppeltem Sinne von dem Anstieg des Preises für das „schwarze Gold“ profitiert. Zum einen läuft diese Entwicklung auf höher als erwartet ausfallende Umsätze und Ergebnisbeiträge hinaus. Zum zweiten gilt ein hoher Ölpreis als Wachstumsbremse, was wiederum Anleihen zugute kommt, auch wenn diese Art von Hausse auch als inflations- und damitzinstreibend ausgelegt werden kann. Letzteres spielt aber am Anleihemarkt angesichts magerer Konjunkturdaten aus Amerika nur im Hintergrund eine Rolle. Deshalb sind Anleihekurse zuletzt auf breiter Front gestiegen.

          Den Anleihen des spanischen Energiekonzens hat zudem eine Hochstufung durch die Ratingagentur Moody´s gut getan. Die bis 2010 und 2013 laufenden Repsol-Zinstitel rangieren derzeit am oberen Ende ihrer bisher verzeichneten Kursspanne und reagieren nicht übermäßig auf den aktuellen Rücksetzer beim Ölpreis. Gleichwohl bieten sie weiter jeweils einen schönen Renditeaufschlag.

          Operatives Ergebnis gesteigert - Schulden stark abgebaut

          Repsol hat im ersten Halbjahr zwar unter dem Strich weniger verdient, da der Nettogewinn um 7,7 Prozent auf 1,075 Milliarden Euro gesunken ist. Dies war nach Angaben von Helaba Trust-Analyst Dennis Nacken auch und gerade einer gegenüber der Vorjahresperiode um sechs Prozentpunkte höheren Steuerquote geschuldet. Allerdings steigerte der Konzern das operative Ergebnis um 2,2 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro. Und: Er baute seine Schulden um fast 13 Prozent auf 5,597 Milliarden Euro ab.

          Auch wenn die Ergebnis-Zahlen unter den Erwartungen von Aktienanalysten waren, erntete Repsol auch Lob für die Geschäftsentwicklung: Moody´s hob den Ausblick für die Anleihen von stabil auf positiv an, was in einer Hochstufung der derzeit mit Baa2 bewerteten Kreditwürdigkeit münden könnte. Diese Nachricht von Moody´s hat kursstützend gewirkt. Ebenso dürfte Repsol die sich langsam bessernde Wirtschaftslage in Argentinien zugute kommen, ebenso die Übernahme eines Shell-Tankstellennetzes in Portugal. „Die Transaktion unterstreicht die strategische Ausrichtung des Konzerns in wachstumsträchtigen Regionen“, urteilte die DZ Bank. Sie sieht die Repsol-Anleihen nach ihrer jüngsten Studie als „Outperformer“ an, die besser als der Gesamtmarkt laufen, und favorisiert den bis 2010 laufenden Titel.

          2013 fälliger Titel mit relativ größeren Zinsvorsprung

          Dieses mit einem Kupon von sechs Prozent ausgestattete Papier notiert derzeit mit einem Kurs von 109 Prozent deutlich über dem Ausgabepreis und dem Rücknahmekurs von 100. Aus dem Kurswert folgt eine Rendite von 4,1 Prozent. Zum Vergleich: Eine sechsjährige Bundesanleihe, die über ein klar besseres Rating verfügt, wirft 3,56 Prozent ab. Dies ergibt einen Renditevorsprung von 0,54 Prozent zugunster des Repsol-Titels.

          0,75 Prozent mehr als eine vergleichbare Bundesschuld bringt derzeit der bis 2013 laufende Zinstitel von Repsol, der nominell mit 5,00 Prozent verzinst ist und mit 101,6 Prozent notiert. Dies ergibt eine Rendite von 4,77 Prozent. Daß der Kurswert niedriger ist als bei der erstgenannten Anleihe, verwundert nicht. Schließlich ist das in neun Jahren fällige Papier mit einem niedrigeren Kupon ausgestattet, zudem haben Investoren in Erwartung steigender Zinsen in Amerika zuletzt Langläufer unter den Anleihen tendenziell gemieden. Denn für den Fall weiter steigender Leitzinsen erwarten Investoren auf breiter Front fallende Kurse bei Anleihen. Zudem sehen Investmentbanken wie Goldman Sachs die jüngste Hausse der Anleihekurse als übertrieben an und sehen Rückschlagspotential.

          Vor diesem Hintergrund sollten Anleger, die zu einer der beiden Repsol-Anleihen greifen wollen, zum dauerhaften Halten derselben bereit sein. In diesem Fall sitzen sie Kursschwankungen aus und sichern sich gleichsam die Rendite.

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