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Unternehmensanleihen : Kingfisher bringt erste Euro-Anleihe heraus

  • Aktualisiert am

Debüt mit Euro-Anleihe: B&O-Mutter Kingfisher Bild: Kingfisher

Was Praktiker in Deutschland und Home Depot in Amerika ist, ist Kingfisher in Britannien. Nun begibt die Heimwerkermarkt-Kette ihre erste Euro-Anleihe. Die Attraktivität für Privatanleger erscheint aber gering.

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          Eigentlich war sie schon für diesen Montag erwartet worden, doch mit seiner ersten Euro-Anleihe läßt sich Kingfisher noch etwas Zeit. Das britische Unternehmen ist in seiner Heimat das, was die zu Metro zählende Praktiker-Kette in Deutschland sowie Home Depot in Amerika sind: ein starker Vertreter auf dem Heimwerkermarkt-Sektor.

          Kingfisher zeichnet darüber hinaus mit rund 600 Filialen als die größte Heimwerkermarkt-Kette in Europa und als einer der führenden Anbieter auf der Welt. Außer in der Heimat ist Kingfisher mit Marken wie Castrorama und Brico-Depot in Frankreich und Polen stark vertreten sowie in Taiwan, China und Italien präsent, wie die Anleihen-Analysten der WGZ-Bank anmerken. Sie bescheinigen Kingfisher eine gute Marktposition und verweisen auf die „recht hohen operativen Margen“ im Kerngeschäft. Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2002 um 3,3 Prozent auf 5,3 Milliarden Pfund - der Vorsteuergewinn ging aber um 52 Prozent auf 128 Millionen Pfund zurück, da die Abspaltung der an die Börse gebrachten Möbel- und Elektriksparte Kesa 135 Millionen Pfund kostete.

          Kingfisher mit ordentlichen Ratings

          Wichtig für die Frage, wie es um die Kreditwürdigkeit von Kingfisher bestellt ist: Der Schuldenberg wurde von dem Konzern, der an der deutschen Baumarkt-Kette Hornbach beteilt ist, 1,9 Milliarden Pfund auf 883 Millionen Pfund mehr als halbiert. Und zwar seit Anfang Februar dieses Jahres. Vor diesem Hintergrund haben die Ratingagenturen Moody´s und Standard & Poor´s Kingfisher einen Investment-Grade verliehen. Allerdings sind die Rating Baa1 und BBB+ zwar gut, aber nicht berauschend.

          So spricht auch WGZ-Bank-Analystin Simone Büttner von einem soliden Unternehmen, das nun eine siebenjährige Euro-Anleihe begibt. Der konkrete Zinssatz steht noch nicht fest. Doch heißt es inzwischen, daß die Rendite der Anleihe rund 65 bis 80 Basispunkte über der 2010 fälligen Bundesanleihe liegt. Und dieses Papier rentiert derzeit mit rund 3,8 Prozent.

          Zinsvorsprung geringer als erwartet

          Vor Bekanntgabe dieses Zinsvorsprungs hatte Büttner spekulativ veranlagten und zu raschem Verkauf des Papiers bereiten Anlegern die Kingfisher-Anleihe zum Kauf empfohlen. Ihre Annahme: Bei einem Zinsvorsprung von rund 90 Basispunkten bei einer siebenjährigen Anleihe wäre der Titel fair gepreist und dürfte aufgrund ihres Erstlingscharakters großen Anklang finden, was kurzfristige Kurssteigerungen nach sich ziehen könnte. Nun sei der Zinsvorsprung aber geringer als angenommen. Insofern sieht sie die Attraktivität des Titels als nicht mehr so groß an.

          Für Anleger, die Anleihe zum längerfristigen Halten kaufen, sieht den Zeitpunkt als zum Einstieg ungünstig an. Weil Unternehmensanleihen gut gelaufen und entsprechend hoch im Kurs seien, böten sich künftig „noch attraktivere Niveaus“, meint sie. Denn der Anleihemarkt dürfte Kursverluste sehen, wenn sich Aktienbörsen nach der jüngsten Korrektur wie erwartet wieder erholen und stabilisieren.

          Metro-Anleihe mit höherer Rendite

          Zudem schneidet das Kingfisher-Papier zum Beispiel im Vergleich zur 2008 fälligen Metro-Anleihe mäßig ab. Das nominell mit 5,125 Prozent verzinste Metro-Papier weist eine um rund 15 Basispunkte höhere Rendite auf als der Kingfisher-Titel - und das trotz der um zwei Jahre kürzeren Laufzeit, die eigentlich eine schlechtere Rendite bedingt. Insofern bietet sich die Kingfisher-Anleihe nicht unbedingt an.

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