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Unternehmensanleihen : Gute Chancen für Telekomanleihen 2002

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Telekoms auf dem Wege der Besserung Bild: plainpicture/Kreischer

Der Kapitalhunger der Telekoms nimmt ab. Auf einmal sehen Experten die geschmähten Anleihen wieder in besserem Licht.

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          Bei internationalen Unternehmensanleihen dürften Telekomunternehmen wie BT Group dieses Jahr am besten abschneiden, erwarten Investoren.

          Nachdem die Telekomkonzerne im letzten Jahr ein Rekordvolumen von 115 Milliarden Dollar am Anleihemarkt aufnahmen, wird ihr Kapitalhunger dieses Jahr erheblich niedriger sein. Außerdem bessern sich ihre Bonitätsperspektiven durch Anlageverkäufe, mit denen die Verschuldung gesenkt wird. Schon im Jahr 2001 lagen die Telekom-Bonds mit einer Rendite von neun Prozent auf Platz Vier unter den Unternehmensanleihen und schlugen die Staatsanleihen, die den Anlegern 6,9 Prozent einbrachten.

          Bonitätsproblem dürfte sich entspannen

          "Es sieht so aus, als ob im Telekomsektor das Schlimmste vorbei ist", meint Marion Stommel-Hatzidimoulas, Fondsmanagerin bei WestLB Asset Management. Auf Telekomgesellschaften entfielen im letzten Jahr rund sieben Prozent der internationalen Anleiheemissionen, die ein Rekordvolumen von 1,66 Billionen Dollar erreichten. Angesichts der Konjunkturabschwächung und der fallenden Aktienkurse mussten sich Telekomgesellschaften Kapital am Bondmarkt beschaffen, um ihre Akquisitionen und Investitionen in neue Technologien zu finanzieren.

          Jedoch führte die Anleiheschwemme und die sinkende Rentabilität der Konzerne zu Herabstufungen der Bonitätseinschätzungen. "Im letzten Jahr gab es eine ganze Reihe Bonitätsherabstufungen", erinnert sich Stommel-Hatzidimoulas. "Ich glaube nicht, dass sich dies im laufenden Jahr wiederholen wird." Unternehmen wie BT Group, Royal KPN und Sonera versuchten, durch Anlageverkäufe und Aktienemissionen ihre Schulden zu senken und ihre Bonitätsnoten zu halten. Die Analysten rechnen nun mit einer Stabilisierung der Bonitätseinstufungen.

          2002 keine Angebotsschwemme mehr

          Mit 16,4 Milliarden Dollar hat France Telecom letztes Jahr die größte Unternehmensanleihe aufgelegt, WorldCom und AT&T haben die größten Anleihen auf dem US-Markt begeben. Zwar dürften in diesem Jahr weitere Festverzinsliche auf den Markt kommen, da die Unternehmen fällig werdende Bonds ablösen müssen. "Es wird aber 2002 nicht solche Rekordemissionen wie im letzten Jahr geben", schätzt Rogier Crijns, Fondsmanager bei ABN Amro Asset Management.

          "Die Telekomunternehmen werden nicht wie im letzten Jahr zu einer Angebotsschwemme beitragen. Die Telekoms dürften 2002 die beste Performance liefern, denn sie profitieren von der verbesserten Bonität", prognostiziert Roberto Fumagalli, Kreditstratege bei Schroder Salomon Smith Barney. Die Investoren interessieren sich auch für die Telekomgesellschaften, weil diese in schwachen Konjunkturphasen stabile Erträge aufweisen.

          2001 konnten 196 Unternehmen, ein neuer Rekordwert, ihre Anleihen im Volumen von 107 Milliarden Dollar nicht bedienen, berichtet Standard & Poor's. Am Markt für Euro-Anleihen fuhren Telekomanleihen hinter Versorgern, Tabakkonzernen und nachrangigen Papieren von Finanzinstituten die viertbeste Performance ein, zeigen die Daten von Barclays Capital.

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