https://www.faz.net/-gv6-yq30

Unternehmensanleihen : Analysten setzen auf Telefonica-Anleihen

  • Aktualisiert am

Bild: DZ Bank

Spanien ist wegen Finanzierungsproblemen des Staates negativ in die Schlagzeilen geraten. Das wirkt sich belastend auf die Anleihen spanischer Unternehmen aus. Doch genau das bietet bei soliden Emittenten wie Telefonica auch Anlagechancen.

          2 Min.

          Spanien gehört ebenso wie Portugal, Italien und Griechenland zu den so genannten PIGS-Staaten, die derzeit wegen ihrer Schuldenproblematik keinen leichten Stand bei den Investoren haben. Wegen der volkswirtschaftlichen Zwickmühle, in denen diese Länder stecken, werden viele Anleger von Investmentanlagen, die mit der Region zu tun haben, wenig wissen wollen. Und nachdem die Notenbank zuletzt den dortigen Bankensektor stützen musste, gilt das bestimmt ganz speziell auch für Spanien als Anlageland.

          Doch so eine ausgeprägte Risikoaversion bietet auch Anlagechancen, zumindest dann, wenn man wegen der negativen Stimmung beim Einstieg günstig zum Zug kommen kann. Das könnte derzeit beispielsweise bei einigen Anleihen von Unternehmen aus den PIGS-Staaten der Fall sein. Ein interessanter Kandidat aus Spanien sollte dabei der Telekommunikationsgigant Telefonica sein. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das Unternehmen in den vergangenen Tagen negative Schlagzeilen produzierte, weil man sich im Clinch mit Portugal Telecom über gemeinsame Aktivitäten in Brasilien befindet.

          Telekomanleihen leiden am stärksten unter der Staatsschuldenkrise

          Zu Bedenken bei den Anleihen von Branchenvertretern wie Telefonica ist auch, dass der Telekomsektor von der europäischen Staatsverschuldungskrise am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Im Sektorenvergleich spiegelt sich das im Bereich der Unternehmensanleihen in der signifikantesten Underperformance seit Mitte April wider, was wiederum gestiegene Renditen mit sich bringt.

          Hintergrund für diese Entwicklung ist das hohe Gewicht an Emittenten und entsprechenden Anleihen südeuropäischer Telekom-Emittenten im iBoxx Telecoms. Wie Bettina Deuscher, Analystin bei der Landesbank Baden-Württemberg erklärt, zeigt sich seit Wochen tatsächlich ein Nord-Südgefälle. Entscheidend für die aktuelle Risikoprämienentwicklung ist der Sitz des Unternehmens unabhängig von den Fundamentaldaten und Ratings.

          Für die Landesbank Baden-Württemberg gehört Telefonica aber unter Chance-Risiko-Aspekten trotzdem zu den Top-Empfehlungen. Ein attraktives Chancen-Risikoprofil attestiert auch die DZ Bank. Für die Analysten dort zählt Telefonica zu den Telekomkonzernen mit der größten finanziellen Flexibilität (allerdings belief sich auch hier die Nettoverschuldung am Ende des ersten Quartals immerhin auf 45,3 Milliarden Euro). Außerdem erlaube eine ausgewogene geografische Diversifikation mit einer stärkeren Ausrichtung auf das wachstumsstarke Lateinamerika Schwächen im Heimatmarkt Spanien und in europäischen Teilmärkten zu kompensieren. 2010 sei jedenfalls ein leichtes Umsatz- und Ergebnisplus drin.

          Nur wenige Papiere mit einer 1000er-Stückelung

          Stark für die Anleihen dieses Emittenten macht sich auch Sascha Blum. Für den Analysten der WGZ Bank spiegeln sich die Risikofaktoren mehr als ausreichend in den aktuellen Risikoaufschlägen der Anleihen wider. Er wittert aktuell vielmehr sogar eine gute Einstiegsmöglichkeit und rät zum Kaufen der Anleihen des Unternehmens. Einen besonders attraktiven Aufschlag im Vergleich zu den Wettbewerbern der Ratingklasse bieten aus seiner Sicht ein bis Februar 2014 laufendes Papier mit der Isin XS0284891297 und ein bis März 2015 laufendes Papier mit der ISIN XS0494547168.

          Sollten sich Privatanleger für den Emittenten interessieren, ist die Krux bei den beiden genannten Anleihen allerdings, dass sie nur in Stückelungen von 50.000 Euro gehandelt werden. Eine der wenigen Alternativen im Stückelungsbereich von 1.000 Euro und einer überschaubaren Laufzeit stellt das bis Februar 2013 laufende Papier mit der ISIN XS0162867880 dar. Allerdings ist hier die Rendite mit 2,47 Prozent überschaubar.

          Attraktiver gestaltet sich mit 5,27 Prozent die Rendite bei der Anleihe mit der ISIN XS0162869076, doch hier spricht die erst im Februar 2033 endende Laufzeit gegen einen Einstieg. Mit 4,07 Prozent hinterlässt auch der bis zum 01. April 2016 laufende Titel mit der Isin XS0419264063 einen guten Eindruck in Sachen Rendite. Doch das Manko ist hier, dass es sich um eines der vielen Papiere in einer Stückelung von 50.000 Euro handelt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.