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Umfrage : Anleger halten Anleihen für überbewertet

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Anleihen sind überbewertet, ihre Kurse dürften fallen. Das geht aus einer monatlichen Umfrage von Merrill Lynch & Co. hervor. Mit den Zinsen steigen auch die Anleiherenditen, begründeten die befragten Investoren ihre Prognose.

          Zinsängste treiben die Anleiherenditen schon seit zwölf Monaten an, entsprechend fallen die Kurse. "Das Klima ist schlechter geworden", sagte Cesar Molinas, Anlagestratege bei Merrill Lynch, im Interview mit Bloomberg News.

          Im Juni hatte die amerikanische Notenbank die Leitzinsen um einen Viertel Prozentpunkt auf 1,25 Prozent angehoben. "Die Anleger wissen, daß das nur einer von vielen Zinsschritten war", sagte Molinas.

          Fondsmanager halten Rentemärkte für überbewertet ...

          Von den 103 Fondsmanagern im Bereich festverzinsliche Wertpapiere, die Merrill befragt hat, halten 62 Prozent die Anleihemärkte weltweit für überbewertet, im Juni waren es erst 49 Prozent gewesen. Am negativsten zeigten sich die Investoren vom europäischen Festland. Dort sagten 67 Prozent, daß Bonds zu teuer sind. Investoren aus Amerika und Großbritannien waren am wenigsten negativ. Nur 56 Prozent halten Anleihen für überbewertet.

          Die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihe ist in den vergangenen zwölf Monaten um rund 1,5 Prozentpunkte gestiegen, bei britischen Papiere gleicher Laufzeit war es etwa ein Prozentpunkt und bei deutschen Bundesanleihen rund drei Viertel eines Prozentpunktes.

          ... inbesondere die amerikanischen Papiere

          Immer skeptischer werden die Anleger, insbesondere aus Amerika, was die Aussichten für Unternehmensanleihen angeht. Sie dürften im nächsten Jahr schlechter abschneiden als Staatspapiere, sagten 67 Prozent der kontaktierten amerikanischen Anleger und 43 Prozent der befragten Fondsmanager insgesamt.

          "Die Investoren ziehen Staatsanleihen vor", bestätigte Molinas. "Paradox ist, daß sich die Finanzlage der Privatwirtschaft verbessert hat und weiter verbessert. Das Kreditausfallrisiko wird schwächer."
          Die Swap-Spreads dürften sich in den nächsten Monaten ausweiten, weil die Zinsen steigen, was auch die Risikoprämie von Unternehmensanleihen gegenüber Staatspapieren hochtreiben würde, fügte Molinas hinzu.

          Der Umfrage zufolge favorisieren die Investoren Bondinvestments mit niedriger Kapitalbindungsfrist (Duration). Hier ist die Anfälligkeit bei steigenden Renditen geringer als bei Papieren mit hoher Duration. "Die Investoren sind immer noch stark an einer kurzen Kapitalbindungsfrist interessiert", beobachtete Molinas. Für die nächsten Monate erwartet er eine Verschiebung hin zu variabel verzinslichen Papieren, "um Zinserhöhungen so wenig wie möglich ausgesetzt zu sein."

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