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Südeuropäische Finanzmärkte : Griechen-Renditen steigen wieder über 10 Prozent

Die Anleger sind vorsichtig: Der Markt für griechische Staatsanleihen ist seit Monaten illiquide Bild: dpa

Portugiesische und griechische Banken haben es schwer, Kredite am Markt zu bekommen. Sie haben deswegen hohe Mittel bei der EZB aufgenommen. Auch die Staatsanleihen der beiden Länder finden momentan keine Käufer.

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          An den südeuropäischen Finanzmärkten kehrt trotz der gelungenen spanischen Anleiheemissionen in der Vorwoche keine Ruhe ein. Am Mittwoch stiegen die Renditen griechischer Staatsanleihen sowie die Preise von Kreditausfallderivaten (CDS) auf diese Staatspapiere sehr stark. Die Rendite der maßgeblichen zehnjährigen Staatsanleihe sprang um 60 Basispunkte auf 10,37 Prozent und erreichte damit ihren höchsten Stand seit der Bekanntgabe des Rettungsschirms für finanzschwache Euro-Mitglieder in der ersten Maihälfte.

          Am CDS-Markt sprang der Preis für Absicherungen fünfjähriger Staatsanleihen um 54 auf 903 Basispunkte. Als Grund nannten Händler eine wachsende Risikoscheu der Anleger sowie die Furcht vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Der Markt für griechische Staatsanleihen ist seit Monaten sehr illiquide; vor allem fehlt es dort, abgesehen von der Europäischen Zentralbank (EZB), an Käufern. Die griechische Regierung beabsichtigt, im Juli neue Geldmarktpapiere auszugeben.

          Auch portugiesische Banken haben es schwer

          Nach Angaben der Ratingagentur Moody's hatten die griechischen Banken Ende Mai 89,4 Milliarden Euro von der EZB geliehen, etwa doppelt so viel wie vor einem halben Jahr. „Die griechischen Banken haben gegenwärtig praktisch keinen Zugang zu den Anleihe- und Geldmärkten“, teilte Moody's mit. Die Ausleihungen von 89,4 Milliarden Euro entsprechen etwa einem Fünftel der gesamten Einlagen der griechischen Geschäftsbanken. Im Mai gingen diese Einlagen um 21 Milliarden zurück, da Kunden Geld ins Ausland brachten.

          Auch die portugiesischen Banken finden es schwer, Kredite am Markt zu erhalten. Daher sind nach Angaben der Bank von Portugal die Kredite der lusitanischen Banken bei der EZB von April auf Mai von 17,7 auf 35,8 Milliarden Euro gestiegen. Ein gemischtes Ergebnis fand eine Anleiheplazierung zur Wochenmitte. Portugal gelang es, 943 Millionen Euro einer fünfjährigen Anleihe zu verkaufen, obgleich ursprünglich nur eine Aufnahme von 300 bis 800 Millionen Euro geplant war. Das Papier war nahezu doppelt überzeichnet. Allerdings mussten die Portugiesen eine Rendite von 4,66 Prozent akzeptieren gegenüber 3,70 Prozent Ende Mai.

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