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Staatskredit zum Nulltarif : Deutschland nimmt Milliarden mit Nullzins-Anleihe ein

  • Aktualisiert am

Deutschland profitiert in der Schuldenkrise von seinem Status als sicherer Hafen. Bild: Schmitt, Felix

Deutschland hat sich am Mittwoch erstmals für zwei Jahre refinanziert, ohne dafür Zinsen zahlen zu müssen. Die Anleger fragten die Bundesschatzanweisungen 1,7-mal so viel nach, wie es das Angebot hergab.

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          Der deutsche Staat muss erstmals in der Geschichte für eine Anleihe keine Zinsen zahlen. Die Versteigerung von Bundesschatzanweisungen mit zweijähriger Laufzeit mit einem Zinskupon von null Prozent spülte am Mittwoch 4,555 Milliarden Euro in die Staatskassen. Die Nachfrage nach den Papieren war robust: Sie übertraf das Angebot um das 1,7-Fache, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur mit.

          Das Ergebnis sei für den Bund als „wirtschaftlich sehr gut zu bewerten“, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. „Die Suche nach Qualität wird eindrucksvoll unterstrichen.“ Das Ergebnis belege aber auch die anhaltend hohe Volatilität im Markt.

          Die Finanzagentur hatte sich bei ihrer Entscheidung für einen Zinskupon von null Prozent am Markt orientiert. Dort liegt der Zins derzeit bei 0,06 Prozent. „Der Bund beabsichtigt nicht, Bundeswertpapiere mit negativen Kupons zu begeben“, sagte der Sprecher der Finanzagentur. „Ein Kupon von null Prozent stellt insoweit eine Untergrenze dar.“

          Deutschland profitiert in der Schuldenkrise von seinem Status als sicherer Hafen. Anleger sind deshalb bereit, auf Rendite zu verzichten. Im Januar war dem Staat sogar das bislang einmalige Kunststück gelungen, mit Schulden Geld zu verdienen. Beim Verkauf von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten nahm der Bund 3,9 Milliarden Euro ein - bei einem durchschnittlichen von minus 0,0122 Prozent. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters streicht der Staat damit eine Prämie von rund 242.000 Euro ein.

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