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Staatsanleihen : Renditen der Bundesanleihen steigen

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          Die Bundesanleihen haben auch am Freitag unter Kursdruck gestanden. Entsprechend zogen deren Renditen weiter an. Die zehnjährige Anleihe rentierte zeitweise mit 2,27 Prozent. Damit hat sich die Risikoprämie in den vergangenen zwei Wochen um mehr als einen halben Prozentpunkt oder 50 Basispunkte erhöht. Um allein 35 Basispunkte zog die Rendite seit Mittwoch an, nachdem die Auktion neuer zehnjähriger Bundesanleihen auf eine sehr schwache Nachfrage gestoßen war. Die Gebote hatten um gut ein Drittel unter dem angestrebten Emissionsvolumen von 6 Milliarden Euro gelegen.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach Ansicht der Commerzbank-Analysten Christoph Rieger und Marcel Bross unterstreicht die Auktion, dass die Staatsschuldenkrise selbst vor den "Super-Kernländern" nicht Halt mache. Die negativen Rückkopplungseffekte durch die zunehmenden Finanzmarktspannungen auf die deutsche Bonität seien schon seit einiger Zeit zu beobachten. Solange der Euroraum das einzige Währungsgebiet bleibe, in dem die Investoren nicht auf die unbedingte Unterstützung der Zentralbank zählen könnten, dürften die Kreditprämien höher bleiben, erwarten sie. Die Analysten der französischen Großbank BNP Paribas sehen sogar erste Anzeichen einer Kapitalflucht aus dem Euroraum.

          Verschlechtung des Risikoprofils

          Dabei verweisen sie auf die Kursverluste der Bundesanleihen sowie der Schuldtitel des Euro-Rettungsfonds EFSF. Diese Entwicklung sei von Kursgewinnen amerikanischer und britischer Staatsanleihen begleitet worden. Die im Juni begebene EFSF-Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit hat seit Anfang November 5,6 Prozent an Wert verloren. Der mit einem Zinskupon von 3,375 Prozent ausgestattete Titel rentierte am Freitag zeitweise über 4 Prozent. Die Risikoaufschläge für die EFSF-Titel hätten sich im Jahresverlauf gegenüber Bundesanleihen in etwa vervierfacht, schreiben die Volkswirte der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Es ist fraglich, ob vor diesem Hintergrund die Einführung von Eurobonds noch den erhofften Befreiungsschlag bringen kann", geben sie zu bedenken.

          Die Vorsicht der Investoren gegenüber den Kernländern der Währungsunion zeigt sich auch am Markt für Kreditausfallderivate (Credit Default Swaps; CDS). In den vergangenen zwölf Monaten ist das Nettovolumen der mit CDS abgesicherten Bundesanleihen um 6 Milliarden auf knapp 19,9 Milliarden Dollar gestiegen. Bei französischen Staatsanleihen beträgt der Anstieg nach Daten des amerikanischen Wertpapierabwicklers Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) 6,5 Milliarden auf 22,6 Milliarden Dollar.

          Die Analysten der französischen Großbank BNP Paribas sehen sogar erste Anzeichen einer Kapitalflucht aus dem Euroraum
          Die Analysten der französischen Großbank BNP Paribas sehen sogar erste Anzeichen einer Kapitalflucht aus dem Euroraum : Bild: REUTERS

          Die gestiegene Nachfrage nach CDS zeigt sich auch an der seit Sommer von 40 auf nun 110 Basispunkte gestiegenen Risikoprämie Deutschlands. Sie liegt inzwischen sogar über der CDS-Prämie Großbritanniens. Um eine fünfjährige Forderung gegenüber dem deutschen Staat von einer Million Euro abzusichern, müssen die Investoren eine jährliche Prämie von 11.000 Euro zahlen. Die Entwicklung führt Jochen Felsenheimer, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Assénagon Credit Management, auf den höheren Bedarf institutioneller Investoren nach Absicherung zurück. Die deutschen Risikoprämien ermöglichten noch immer eine günstige Absicherung im Vergleich zu anderen Euroländern. Seiner Ansicht nach erwarten die Investoren einen Renditeanstieg deutscher Bundesanleihen.

          Dabei verweist er auf das die jüngste Auktion zehnjähriger Bundesanleihen. Höhere Renditen des deutschen Staats könnten zum einen aus einer Kurskorrektur der von vielen inzwischen als überbewertet betrachteten Bundesanleihen resultierten. Zum anderen würden Garantien der Bundesregierung für gemeinsame Euroanleihen das Risikoprofil Deutschlands verschlechtern und ebenfalls zu höheren Renditen führen. Allerdings geht Felsenheimer davon aus, dass eine teilschuldnerische Haftung, bei der Deutschland nur einen begrenzten Betrag garantiert, schon in der CDS-Prämie eingepreist sei, eine gesamtschuldnerische Haftung, mit der Deutschland für alle Eurobonds garantiert, dagegen noch nicht.

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