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Staatsanleihen : Chancen für Anleihen aus Südosteuropa sind sehr unterschiedlich

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Bild: FAZ.NET

Seit die Aktienmärkte den Rückwärtsgang eingelegt haben, sind Staatsanleihen wieder gefragt. Aber nicht jede Staatsanleihe ist gleich. Viele Titel aus Südosteuropa dürften es weiterhin schwer haben - aber nicht alle.

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          Die Aktienmärkte laufen immer noch rückwärts. Was Wunder also, wenn es die Anleger wieder zu den monatelang verschmähten Staatsanleihen zieht. Und so haben die Kurse der europäischen und amerikanischen Staatsanleihen wieder zugelegt.

          Der Bund-Future erreichte Anfang Mai bei 114,77 Prozent ein vorläufiges Tief. Aktuell notiert er bei 116,59 Prozent. Für die Analysten der Fondsgesellschaft Axa ist damit der Aufwärtstrend der langfristigen Renditen gestoppt. Die langfristigen Renditen hätten nahezu ihren zyklischen Höchststand erreicht. Zehnjährige amerikanische Schatztitel würden das Niveau von 5,3 Prozent und Bundesanleihen ein Niveau von 4,1 Prozent nicht mehr überschreiten.

          Nicht jede Staatsanleihe ist gefragt

          Auch eine schwächere Weltkonjunktur bei gleichzeitig verringerter Überschußliquidität auf den Märkten dürfte der Anlageklasse zugute kommen. Den entgegen stehen die bevorstehenden Zinsanhebungen, aber diese dürften ja mit einer schwächeren Weltkonjunktur vom Tisch sein - vor allem in Amerika, wo die Zinsen wesentlich öfter heraufgesetzt wurden als in Europa.

          Günstige Aussichten für Staatsanleihen also - nur nicht für jede Art. Denn die Zunahme der Volatilität und damit einhergehend die steigende Risikoaversion führt immer noch zu einer großen Abneigung gegenüber sogenannten Spread-Produkten wie zum Beispiel Schwellenländer-Anleihen.

          Dabei dürften Titel aus denjenigen Ländern wohl besonders schlechte Chancen haben, bei denen evidente landesspezifische Risiken weiterhin einer Lösung harren oder sich sogar in den vergangenen Wochen verschärft haben.

          Türkische Titel non grata

          Allen voran werden türkische Titel noch mit Vorliebe aus den Depots entfernt. Bei 126,80 Prozent notierte die bis 2011 laufende Euro-Anleihe des Landes am Bosporus (Isin XS0170671845) noch im September. Seitdem ist sie von Tief zu Tief gelaufen und notiert aktuell bei 115,75 Prozent nur knapp über dem Tief bei 115,50 Prozent vom vergangenen Freitag.

          Ministerpräsident Erdogan sah sich genötigt, vehement dem Eindruck einer Finanzkrise entgegen zu treten und die Notenbank sah sich aufgrund steigenden Inflationsdrucks zu einer Zinserhöhung um nicht weniger als 175 Basispunkte gezwungen. Der Eindruck, daß der Reformeifer erlahme, hatte in Verbindung mit der Inflation und der Einführung kapitalverkehrsbehindernder Maßnahmen zu einem Abrutschen der Lira geführt, was wiederum über Inflationsimport weiter auf die Inflation zurückwirkt.

          Bessere, aber nicht viel bessere Chancen haben da ungarische Staatsanleihen. Ein exorbitantes Haushaltsdefizit belastet diese schon lange. Kaum noch irgendein Papier notiert über pari. Die nach den Wahlen im April angekündigten Sparmaßnahmen machten indes wieder Hoffnung und so erholte sich beispielsweise die bis 2001 laufende Euro-Anleihe (Isin XS0204418791) von ihrem April-Tief bei 97,17 Prozent vorübergehend bis auf 98,69 Prozent Ende Mai.

          Ungarns Bonds mit wenig Hoffnung

          Mittlerweile notiert die Rente bei 98,09 Prozent und zeigt sich höchst volatil. Auch die heute vorgestellten Sparmaßnahmen stimmen die Mehrheit der Investoren wenig glücklich. Denn die Kürzungsmaßnahmen spielen den Inflationssorgen in die Hände. Premierminister Ferenc Gyurcsany kündigte am Samstag unter anderem die Einführung neuer Steuern und eine Anhebung der Energiepreise an.

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