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Staatsanleihen : Belize und andere Wackelkandidaten

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Trotz berühmter Maya-Pyramiden: Belize kann nicht mehr zahlen Bild: obs

Die Regierung des mittelamerikanischen Belizes sieht sich aufgrund von Hurrikanschäden außer Stande, ihre Auslandsverbindlichkeiten zu bedienen. Ein Blick auf die größten Wackelkandidaten unter den staatlichen Schuldnern.

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          DStaatsanleihen nicht generell die sichersten Investments sind, sollte den Anlegern spätestens dann bewußt geworden sein, als die argentinische Regierung im Zuge der Staats- und Finanzkrise in den Jahren 2001 und 2002 den Schuldendienst eingestellt hatte. Tausende von Anlegern warten auch heute noch auf ihr Geld.

          Nun kündigt sich der nächste Fall an und wieder ist es ein Land aus dem südlichen Amerika, bei dem nun ein völliger Zahlungsausfall droht. Die Kurse der Auslandsanleihen (Isin USP16394AC58 und USP16394AD32) von Belize, des ehemaligen Britisch-Honduras, sind in diesem Jahr nicht nur um 25 Prozent gefallen -vor allem sauste der Kurs seit dem vergangenen Freitag um nunmehr 15 Prozent in die Tiefe, nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor's ihre Einstufung senkte.

          Anleihen kurz vor dem Ausfall

          S & P bewertet die Verbindlichkeiten nunmehr mit „CC“ gesenkt. Damit sind sie nur zwei Stufen von der niedrigsten Ratingnote „D“ (Default) entfernt. Moody's hat schon vor längerer Zeit das schlechteste Note „Caa3“ verliehen.

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          Die Agentur macht sich Sorgen, daß erhöhte Infrastrukturinvestitionen und Wiederaufbauarbeiten nach der Hurrikan-Saison zu einem Zahlungsausfall des Landes führen werden. Dies betrifft Fremdwährungsanleihen im Volumen von insgesamt 960 Millionen Dollar (746 Millionen Euro) von denen ein Drittel auch in Deutschland gehandelt werden kann.

          Die Regierung des mittelamerikanischen Staates, der ungefähr so viele Einwohner hat wie das badische Mannheim, strebt eine Umschuldung der Auslandsanleihen an. Das Land gibt derzeit 27 Prozent der Staatseinnahmen für die Bedienung der Anleihen aus und ist mit rund 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verschuldet.

          Die Rendite der mit 9,5 Prozent verzinsten Staatsanleihe mit Fälligkeit 2012 ist von 11 Prozent im Februar auf 15,1 Prozent geklettert, die der Staatsanleihe mit einem Kupon von 9,75 Prozent und Fälligkeit 2015 ist die Rendite von 11,15 Prozent auf 14,15 Prozent gestiegen.

          Hurrikane bliesen Haushalt durcheinander

          „Ich bin froh, daß wir keine Anleihen von Belize halten“, sagte Daniel Hewitt, Ökonom bei Alliance Capital Management. „Wir haben sie abgestoßen, als uns klar wurde, daß es einen Zahlungsausfall geben wird.“ Zwar gelang es Belize, das Haushaltsdefizit in der laufenden Budgetperiode von acht Prozent im Vorjahr auf 3,1 Prozent des BIP zu reduzieren, doch „trotz dieser Sparmaßnahmen rechnet Belize mittelfristig mit erheblichen Haushaltsdefiziten“, teilte das Ministerium mit.

          Der Regierung sei das Geld ausgegangen, nachdem sie das Wirtschaftswachstum über Infrastrukturprojekte anschieben wollte und Geld für den Wiederaufbau nach der Hurrikan-Saison bereitstellte, erläuterte Hewitt. Die Umschuldungsverhandlungen mit den Gläubigern dürften schwierig werden, erwartet S&P. „Ich habe das Gefühl, die Regierung möchte eine marktfreundliche Umschuldung. Aber was das bedeutet, ist nicht klar“, erklärte Richard Francis, Analyst bei S&P. „Wenn sie keinen ausreichenden Schuldenerlaß erhalten, könnten sie in bald wieder in Schwierigkeiten geraten.“

          Zucker, Zitrusfrüchte, Saft und Bananen machen etwa 60 Prozent der jährlichen Exporte Belizes aus. Auf den Tourismus entfällt ein Fünftel vom jährlichen BIP von 2,2 Milliarden Dollar. Die Volkswirtschaft wuchs im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent. „Ich habe das Gefühl, sie haben fiskalpolitisch nicht stark genug auf die großen Probleme reagiert, die sie haben“, erläuterte Hewitt. „Sie haben ihr Problem nicht rechtzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen.“ Eine Einigung soll bis September erfolgen, solange will Belize die Papiere bedienen.

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