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Software : Wandelanleihe der SHS lockt mit hohem Zins und Diskont

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Bild: FAZ.NET

2006 war sicherlich nicht das glücklichste Jahr in der Unternehmensgeschichte der SHS Viveon, die früher SHS Informationssysteme hieß. Doch jetzt sollen die finanziellen Altlasten beseitigt sein - unter anderem mit Hilfe einer nicht unattraktiven Wandelanleihe.

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          Vor allem aus charttechnischer Sicht hatte FAZ.NET im Oktober 2005 so seine Zweifel, ob es der Aktie des Spezialisten für Kundenmanagement-Software SHS Informationssysteme, die mittlerweile SHS Viveon heißt, gelingen würde, nach oben zu drehen.

          Tatsächlich kam es noch schlimmer. Nach einer Erholung zu Beginn des Jahres 2006 stand die Notierung fast den gesamten Rest des Jahres unter Druck und fiel im Oktober bei 1,15 Euro auf ein Drei-Jahres-Tief. Nach einer Bodenbildung begann sie sich im Januar zu erholen und notiert bei 1,78 Euro wieder deutlich höher.

          Gemischte Ergebnisse 2005

          Schuld daran war nicht zuletzt sicherlich auch die Entwicklung der fundamentalen Kennzahlen, die sich nicht so zeigten, wie es sich viele Investoren wohl erhofft hatten. 2005 hatte das Unternehmen den Umsatz deutlich um fast ein Drittel von knapp 32 auf über 40 Millionen Euro steigern können.

          Doch schon damals zeigten sich Schwächen im Ergebnis. Das Rohergebnis gab gegenüber dem Vorjahr um knapp zwei Prozent auf 26,5 Millionen Euro nach, wobei dies aber vor allem auf Sondereffekte aus Entschuldungsmaßnahmen im Vorjahr zurückzuführen war.

          Nichtsdestoweniger gab auch das operative Ergebnis (Ebitda) um fast die Hälfte auf 1,45 Millionen Euro nach, was vor allem auf einen höheren Personalaufwand zurückging. Dass dennoch ein im Unterschied zum Vorjahr positives Betriebsergebnis von rund einer Million Euro verbucht wurde, war deutlich niedrigeren Abschreibungen zu verdanken, wobei ein negatives Finanzergebnis dann das Ergebnis vor Steuern wieder um über 50 Prozent niedriger ausfallen ließ als 2004. Unter dem Strich stand so ein Verlust, der aber mit 867.722 Euro fast halb so hoch ausfiel als noch im Jahr davor.

          Belastungen 2006

          Nach diesen gemischten Ergebnissen des Jahres 2005 zeigten sich aber die ersten neun Monate 2006 nicht wirklich besser. Zwar stieg die Gesamtleistung leicht um 6,5 Prozent auf 31,2 Millionen Euro, doch ging das operative Ergebnis (Ebitda) gegenüber der Vorjahresperiode um 30 Prozent auf 0,7 Millionen Euro zurück. Das Betriebsergebnis rutschte mit einem Minus von 1,9 Millionen Euro nach einem Plus von 800.000 Euro im gleichen Zeitraum 2005 in den roten Bereich. Unter dem Strich stand nach einem ausgeglichenen Ergebnis im ersten Dreivierteljahr 2005 ein Verlust von 14 Cent je Aktie.

          Dies waren indes die sichtbaren, zunächst einmal negativen Auswirkungen des Unternehmens, sich neu zu positionieren. So resultierte die Namensänderung aus der Verschmelzung der alten SHS Informationssysteme mit den akquirierten Unternehmen SHS Systech Software GmbH und der Viveon AG mit dem Ziel, künftig unter einem Dach die Lösungsangebote im Bereich Kundenrisiko- und Kundenwertmanagement zu bündeln. Dafür hatte der Vorstand bereits im Sommer Kosten von 0,2 Millionen Euro veranschlagt.

          Neuaufbau in Spanien missglückt

          Hinzu kamen größere Schwierigkeiten mit der spanischen Tochter SHS Polar als erwartet. Das im IT-Projektgeschäft tätige Unternehmen sollte sich im Beratungsbereich und der Abwicklung von Festpreisprojekten ein neues Standbein aufbauen. Das erwies sich jedoch als schwierig und wurde teurer als geplant. Zudem fielen geplante Erträge aus dem Hardwarekauf niedriger aus als kalkuliert, so dass man sich entschloss, das Vorhaben wieder aufzugeben.

          Für Unsicherheit sorgten damit verbundene Umschuldungsverhandlungen. Indes gelang es dem Unternehmen nach der Aussprache von verschiedenen Forderungsverzichten, eine Ablösung der Darlehensforderung der IKB von 8,8 Millionen Euro durch eine einmalige Abstandszahlung in Höhe von 2,2 Millionen Euro zu erreichen. Damit soll sich die Nettoverschuldung der SHS Viveon zum 31. März 2007 um rund 6,6 Millionen Euro reduzieren. Weiterhin wird das Unternehmen die gegen die spanische Tochtergesellschaft SHS Polar bestehende Steuernachforderung in Höhe von rund zwei Millionen Euro in drei Teilzahlungen bis zum 30. November 2007 an die spanischen Steuerbehörden abführen.

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