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Schuldenkrise : Wie stark steigt die amerikanische Zinslast?

  • Aktualisiert am

Bild: US Treasury

Die Vereinigten Staaten haben mit einer wahren Verschuldungsorgie auf die selbst verursachte Wirtschafts- und Finanzkrise reagiert. Bisher blieb die Zinslast relativ gering. Selbst das Finanzministerium aber fragt sich, wie lange noch.

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          Die Vereinigten Staaten haben mit einer wahren Verschuldungsorgie auf die selbst verursachte Wirtschafts- und Finanzkrise reagiert. Alleine auf Sicht eines Jahres haben die amerikanischen Staatsschulden aufgrund eines Staatsdefizits von rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes um etwas mehr als 14 Prozent zugenommen auf zuletzt 14,1 Billionen oder 14.084 Milliarden Dollar.

          Obwohl die Wirtschaft inzwischen auf das unheimlich große Ausgabenprogramm des amerikanischen Staates auf Pump positiv reagiert, sind auch im laufenden und in den kommenden Jahren weitere Budgetdefizite zwischen vier und zehn Prozent der Wirtschaftsleistung geplant. Die Schulden des Staates sollen in diesem Rahmen um jährlich zwischen 800 und 1.000 Milliarden zunehmen.

          Bisher blieb die amerikanische Zinslast relativ gering

          Trotz dieser Aussichten ist die Zinslast des amerikanischen Staates bisher vergleichsweise gering geblieben, weil die amerikanische Zentralbank den Leitzins auf dem Rekordtief von gerade einmal 0,25 Prozent hält und weil sie gleichzeitig durch Anleihekäufe die Renditen zumindest am kurzen Ende des Laufzeitspektrums tief hält und weil die amerikanischen Staatsanleihen bei ausländischen Anlegern - vor allem bei chinesischen - bisher erstaunlich begehrt sind. So liegen die Renditen von Papieren mit einer Laufzeit von zwei Jahren bei gerade einmal 0,83 Prozent.

          Bild: US Treasury

          Amerikanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentieren inzwischen mit 3,6 Prozent und die mit einer Laufzeit von 30 Jahren mit 4,67 Prozent. Die Differenz der Renditen lang laufender Papiere im Vergleich zu jener mit kurzer Restlaufzeit ist so groß wie noch nie zuvor in der Geschichte. Die Renditekurve ist nicht nur so steil wie noch nie, sondern sie wird immer steiler. Optimistische Marktteilnehmer leiten aus dieser Entwicklung die Erwartung ab, die amerikanische Wirtschaft werde sich rasch und deutlich weiter von der Krise erholen. Sie erklären, bei starkem Wirtschaftswachstum könnte die amerikanische Zentralbank in ein paar Monaten das geldpolitische Umfeld normalisieren und die Zinsen erhöhen.

          Fragt sich nur, wie lange noch

          Skeptiker dagegen erklären, die Zinsstrukturkurve sei so steil, weil sie von der amerikanischen Zentralbank verzerrt werde. Sie beraube mit negativen Realzinsen den gemeinen Sparer, Rentenversicherungen und Versicherungsunternehmen, erklärt beispielweise Bill Gross. Er verwaltet den größten Rentenfonds der Welt für Pacific Investment Management, eine Tochtergesellschaft der Allianz. Er hat den Anteil amerikanischer Staatspapiere in seinen Depots auf den tiefsten Stand seit Anfang des vergangenen Jahres reduziert. Das Risiko-Ertragsverhältnis spreche gegen amerikanische und britische Staatsanleihen, erklärte er jüngst.

          Selbst dem amerikanischen Finanzministerium scheint die Entwicklung inzwischen etwas mulmig zu werden. Der Anteil des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes, der alleine für Zinsen ausgegeben werden müsse, könne in den kommenden Jahren wegen der zunehmenden Schulden und gleichzeitig steigender Zinsen auf bis zu vier Prozent zunehmen, zeigt eine Modellrechnung (wie realistisch sie auch sein mag). Im Jahr 2016 würden 82 Prozent des zu erwartenden Staatsdefizits für die Zahlung von Zinsen dienen, heißt es weiter. Damit wäre das Verhältnis schlechter als in Portugal, an dessen Zahlungsfähigkeit schon seit einiger Zeit gezweifelt wird. Turbulenzen könnten also kaum überraschen.

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