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Rentenmarkt : Landesbank lockt Anleger mit Neuerung bei Anleihekauf

  • Aktualisiert am

Die Landesbank Baden-Württemberg wartet zu Jahresbeginn mit einer Neuerung auf: der Plattform „InterNotes“, mit der Privatanleger den Zwischenhandel beim Anleihekauf umgehen können. Aber das Angebot ist eng begrenzt.

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          Wer eine neue Anleihe kaufen will, deren Erstnotiz noch bevorsteht, muß mit einigen Unbekannten rechnen. Oft ist über mehrere Tage nicht klar, wie hoch das Papier verzinst ist und zu welchem Kurs es ausgegeben wird. Lediglich von einem Rendite-Korridor ist die Rede, also von einer Spanne des Zinsvorsprungs, den das jeweilige Papiers vor einer Bundesanleihe hat. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will es ihren Kunden nun leichter machen: mit „InterNotes“.

          Auf dieser Plattform für den Anleihehandel soll es von Anfang an keinerlei Unklarheitengeben. Die Bank verspricht den Anlegern eine vollständige Transparenz der Anlagebedingungen und dazu eine Zuteilungsgarantie. Zudem will sie es den Investoren ermöglichen, den üblichen Zwischenhandel zu umgehen. Allerdings ist die Angebotspalette klein, denn sie beschränkt sich auf die Bank und zwei weitere Institute, die Anleihen auf den Markt bringen: Bank of Amerika und Ford Credit Europe.

          Ausgabekurs bei „InterNotes“ stets 100 - Fünf Tage Bedenkzeit

          Die LBBW preist ihre neue Plattform als „bundesweit einmaligen Service“ an. Allerdings stimmt dies nur, wenn man öffentliche deutsche Kreditinstitute betrachtet. Die Deutsche Bank hat eine ähnliche Plattform schon früher gebildet, wie Marcel Kullmann, Head of Funding der Landesbank, im Gespräch mit FAZ.NET sagte. „InterNotes“ begreift die LBBW dabei als Bank- oder Unternehmensanleihen, die von qualitativ hochwertigen Emittenten begeben werden. „Entwickelt wurde das Produkt speziell für mittel- und langfristig orientierte Privatanleger“, so die Bank weiter. Die Kunden könnten zwischen verschiedenen Laufzeiten und Zinsterminen wählen.

          Zum Beispiel steht ihren eine mit 3,25 Prozent verzinste Anleihe zur Verfügung, die zum Kurs von 100 ausgegeben und am 15. Januar 2008 fällig wird. Wer an diesem Papier interessiert ist, kann sich bis Freitag überlegen, ob er es auch zeichnet. Ein Ausgabekurs von 100 und fünf Tage Bedenkzeit, die sich von Montag bis Freitag erstreckt: Dies wird für alle „InterNotes“ der LBBW gelten, wie Kullmann versprach. Somit wüßten die Anleger sofort, was ein Papier bringe - und müßten nicht erst mit Ausgabekurs und Nominalzins die Rendite errechnen.

          Jede Woche eine neue Anleihe

          Dazu verspricht die Landesbank Baden-Württemberg ihren „InterNotes“-Kunden für jede Woche ein neues Angebot. Dies sei für sie keine Schwierigkeit: 2003 habe die Bank Anleihen im Gesamtvolumen von 13 Milliarden Euro auf den Markt gebracht, und sie erwarte von den „InterNotes“ keine Milliarden-Geschäfte. Allerdings hänge das Emissionsvolumen, also die Frage, wieviel Geld die Bank mit einer Anleihe aufnehme, von der Nachfrage ab.

          Die „InterNotes“ werden nicht an der Börse gehandelt, doch sind sie nicht gegen Kursschwankungen gefeit. Der Kurs ändert sich mit dem Auf und Ab der Marktzinsen, wie Kullmann sagte. Wer keine Verluste riskieren will, muß also regelmäßig bei der LBBW den Kurs abfragen, wenn er das Papier vor Fälligkeit verkaufen will - oder gleich auf „Kaufen und Halten“ setzen.

          Ob das erste Angebot - der 2008 fällige Dreiviertelprozenter - gut ist, müssen sich Anleger selbst beantworten. Eine 2008 auslaufende Bundesanleihe rentiert aktuell mit 3,23 Prozent. Folglich beträgt der Zinsvorsprung der LBBW-„InterNote“ gerade einmal zwei Basispunkte oder 0,02 Prozent.

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