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Rentenmarkt : Lage von Altria-Anleihen verbessert sich weiter

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Altria hat Marktanteil und Umsatz in Amerika gesteigert. Folglich verbessert sich die Lage für die Anleihen des Tabakkonzerns, die einen attrativen Zinsvorspung bieten, aber noch mit Risiken behaftet sind.

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          Besitzer von Anleihen des amerikanischen Tabakkonzerns haben im vergangenen Jahr ein Wechselbad der Gefühle erlebt: Im April hatte ein Gerichtsbeschluß, demzufolge der Tabakkonzern Altria im Zusammenhang mit einem Prozeß eine Kaution von zwölf Milliarden Dollar zahlen sollte, den Atem von Anlegern stocken lassen.

          Denn die Anleihen von Altria, der Mutter von Philipp Morris (“Marlboro“) sackten binnen kürzester Zeit extrem stark ab. Zum Beispiel gab der Kurs des 2008 fällligen Euro-Titels von rund 108 auf gut 84 Prozent nach. Statt 1.080 Euro war eine der 1.000-Euro-Stückelung unterliegenden Anleihe auf einmal nur noch 840 Euro wert. Die Jahreszinsen von 56,25 Euro je Anleihe waren dadurch rechnerisch mehrfach aufgefressen.

          Doch mittlerweile stehen Besitzer von Altria-Anleihen wieder auf der Sonnenseite. Denn der Konzern hatte im Herbst binnen eines Monats im Streit mit kranken Rauchern zwei für ihn vorteilhafte Gerichtsbeschlüsse erreicht. Dadaruf stiegen die Kurse der Schuldtitel, die sich zuvor schon deutlich erholt hatten, weiter. Und nun legt Altria aus eigener Kraft nach.

          Philip Morris wieder in den schwarzen Zahlen

          Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz und den Marktanteil in Amerika gesteigert - und damit den aufkommenden Tabak-Discountern erfolgreich getrotzt. Im Zuge dessen ist auch der Barmittelzufluß angeschwollen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist zwar etwas schwächer ausgefallen als im Vorjahr - allerdings hat Philipp Morris im vierten Quartal wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft.

          Der Umsatz erhöhte sich - trotz des Drucks auf Raucher nicht nur in New York - um 1,8 Prozent auf 81,8 Milliarden Dollar. Den Marktanteil konnte der Konzern leicht um 0,8 Prozent ausweiten, obwohl Zigarettenkonsumenten zuletzt stark von Billiganbietern umworben worden sind. Der Barmittelzufluß schwoll um 600 Millionen Dollar auf 10,8 Milliarden Dollar, während das Ebit um 4,2 Prozent auf 15,9 Milliarden Dollar sank und der Schuldenberg um 1,2 auf 22,3 Milliarden Dollar anwuchs.

          Dennoch können die Analysten der DZ Bank den Zahlen viel Gutes abgewinnen: „Insgesamt unterstreichen die Zahlen die soliden finanziellen Verhältnisse von Altria“, meinen sie angesichts der Ertragswende bei Philipp Morris. Und heben hervor: „Auch an der Prozeßfront sieht es für Altria derzeit eher positiv aus.“

          Leichte Kursgewinne trotz Zinserhöhungs-Spekulation

          Vor diesem Hintergrund haben die beiden ausstehenden Euro-Anleihen des Konzerns zuletzt leichte Kursgewinne verbucht, während der Rentenmarkt allgemein unter der Spekulation auf mittelfristig höhere Zinsen in Amerika gelitten hat und auch Unternehmensanleihen tendenziell eher unter Druck stehen. Dies dürfte dazu führen, daß die von Moody´s mit dem niedrigen Investment-Grad „Baa2“ gelisteten Altria-Anleihen einen schönen Zinsvorsprung aufweisen. So rentiert der 2006 auslaufende Titel bei einem Nominalzinssatz von 4,5 Prozent mit 3,67 Prozent. Der Vergleich mit der entsprechenden Bundesanleihe weist ein Renditeplus von 115 Basispunkten oder 1,15 Prozent aus.

          Knapp 150 Basispunkte höher als bei der 2008 fälligen Bundesschuld liegt die Rendite bei der noch vier Jahre laufenden Altria-Anleihe, die mit 5,625 Prozent verzinst ist. Sie weist eine Rendite von 4,6 Prozent aus; gegenüber der Anfang 2009 auslaufenden amerikanischen Staatsanleihe ergibt sich ein Vorsprung von knapp 140 Basispunkten. Wer angesichts dessen zu den Anleihen, die von der DZ Bank zum Kauf empfohlen werden, greifen will, sollte die anhängigen Prozesse im Hinterkopf behalten. Noch steht die Höhe der Strafzahlungen an tabakgeschädigte Raucher aus. Je nachdem, wie hoch diese ausfallen, können Altria-Schuldtitel wieder Rückschläge erleiden.

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