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Staatsanleihen : Die Renditespanne zu Italien und Frankreich weitet sich

Unsichere Zeiten in der Politik belasten Anleiherenditen in der Eurozone. Bild: dpa

Es ist ein auffälliger Trend, der derzeit für viel Gesprächsstoff sorgt: Renditen der Staatsleihen bewegen sich immer weiter auseinander. Besonders der italienische Markt sorgt für Aufmerksamkeit

          Die absoluten Beträge sind immer noch bescheiden und nicht im Entferntesten mit den Verwerfungen in der Euro-Krise der Jahre 2011 und 2012 vergleichbar. Aber sie sind so auffällig, dass sie in den kommenden Wochen und Monaten noch viel Gesprächsstoff erzeugen dürften, falls sich der Trend fortsetzen sollte. Die Rede ist von den Renditen der Staatsanleihen, die sich immer weiter auseinander bewegen. Ihr wichtigster Treiber ist die Furcht der Finanzmärkte vor politischer Unsicherheit.

          Am deutlichsten war die am Montag für griechische Staatsanleihen zu beobachten, nachdem Berichte über wachsende Spannungen zwischen der Regierung in Athen und ihren Gläubigern an den Finanzmärkten die Runde machten. Zweijährige griechische Staatsanleihen rentierten nachmittags mit 8,05 Prozent, während zehnjährige Papiere 7,43 Prozent brachten. Auf solche Renditen kommen ansonsten Staatsanleihen von Entwicklungsländern und Schwellenländern mit fragwürdiger Bonität. Da der Markt für griechische Staatsanleihen aber nur klein ist, kommt ihm auch nur eine geringe Bedeutung zu.

          Der Markt für italienische Staatsanleihen ist alles andere als klein, und dementsprechend sorgt der Renditeanstieg dort für größere Aufmerksamkeit. Zehnjährige italienische Renditen erreichten zu Wochenanfang mit einer Rendite von 2,33 Prozent ihren höchsten Stand seit eineinhalb Jahren, und mittlerweile sind auch die Renditen zweijähriger italienischer Staatsanleihen wieder positiv. Die kalifornische Fondsgesellschaft Pimco reduziert derzeit ihre Anlagen in südeuropäischen Anleihen und kauft im Gegenzug Papiere aus dem Norden Europas, darunter aus Dänemark. Derartige Umschichtungen werden nach Informationen aus dem Markt auch von anderen Großanlegern vorgenommen.

          Politische Unsicherheit kennzeichnet derzeit auch die Entwicklung der französischen Anleiherenditen, auch wenn die Ausschläge deutlich kleiner sind als in Italien. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen französischen und deutschen Staatsanleihen erreichte am Montag 0,61 Prozentpunkte. Das ist der höchste Stand seit rund zwei Jahren. In Frankreich dürfte die Unsicherheit vor den Präsidentenwahlen noch zunehmen, nachdem der bürgerliche Kandidat François Fillon Ärger mit der Justiz zu fürchten hat und die Anhänger der Sozialistischen Partei mit Benoît Hamon einen Vertreter ihres linken Parteiflügels zum Kandidaten gewählt hat. Der Wahlausgang ist derzeit überhaupt nicht absehbar.

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