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Reederei in Nöten : Entscheidung über Zukunft von Rickmers naht

Die Containerschiffahrt ist im Keller, bei Rickmers geht es um die Existenz. Bild: dpa

Die Reederei Rickmers ist in einer schwierigen Lage. Die Anleihegläubiger sollen Verzicht leisten. Nicht alle fühlen sich dabei gerecht behandelt.

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          Im Ringen um die Zukunft der Reedereigruppe Rickmers sind jetzt die Anleihegläubiger am Zug. Bis Mittwoch sollen sie via Post, Fax oder E-Mail über ein Sanierungskonzept abstimmen, das die schwer angeschlagene Reederei des Hamburger Unternehmers Bertram Rickmers wieder auf die Beine bringen soll.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Über die Anleihe hatte sich Rickmers vor vier Jahren 275 Millionen Euro von Anlegern geliehen. Stimmen die Inhaber der Papiere dem Sanierungsplan nicht zu, droht dem Unternehmen, das eine Flotte von 114 Schiffen steuert und in eine gefährliche Schieflage geraten ist, die Insolvenz.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Allerdings gilt es als wahrscheinlich, dass sich im ersten Schritt nicht genug Anleger an der schriftlichen Abstimmung beteiligen, um einen rechtswirksamen Beschluss zu bekommen. Die nötige Quote von 50 Prozent des ausstehenden Valuta-Betrages der Anleihe werde voraussichtlich nicht erreicht, sagt Kristian Heiser von der Hamburger Kanzlei Raschke von Knobelsdorff Heiser (RKH), der zum gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger gewählt werden soll.

          „Daher wird es voraussichtlich Anfang Juni zu einer Präsenzversammlung kommen, bei der eine Anwesenheitsquote für den Beschluss des Sanierungskonzeptes von 25 Prozent ausreichend ist.“ Sollten die Anleger das Konzept auf dieser Veranstaltung durchfallen lassen, wäre die Insolvenz wohl nicht mehr zu vermeiden: „Die Fortführungsprognose fällt in sich zusammen, wenn es keine entsprechende Zustimmung der Anleihegläubiger gibt“, erläutert Heiser.

          Unter den Anlegern ist das Konzept allerdings umstritten. Sie befürchten, dass sie gegenüber den Banken, allen voran der HSH Nordbank, benachteiligt werden. Zudem fühlen sie sich in den Prozess nicht richtig eingebunden. „Im Moment haben die Anleihegläubiger nicht genug Informationen, um eine gutinformierte Entscheidung zu treffen“, sagt Julia Breier-Struß von der Kanzlei Schirp Neusel & Partner.

          Auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger sieht die Vorgehensweise von Rickmers kritisch. Sie empfiehlt den Anlegern, an der schriftlichen Abstimmung nicht teilzunehmen. Dadurch werde Zeit gewonnen, um bis zur Präsenzversammlung, die voraussichtlich am 1. Juni stattfinden könnte, bessere Lösungen für die Gläubiger auszuhandeln.

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