https://www.faz.net/-gv6-8io10

Ratingagentur Moody’s : Österreich verliert Top-Bonitätsnote

  • Aktualisiert am

Die Wiener Staatsoper, in einem Fenster gespiegelt Bild: dpa

Österreichs Kreditwürdigkeit wird schlechter, findet die Ratingagentur Moody’s. Das hat nichts mit dem Brexit zu tun.

          1 Min.

          Die Ratingagentur Moody’s hat Österreich wegen schwacher Wachstumserwartungen die Top-Bonitätsnote entzogen. Die Agentur kappte am Freitagabend die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf „Aa1“. Bereits im Oktober 2015 hatte die Agentur dem Land mit einem Entzug der Spitzenbewertung von „Aaa“ gedroht. Der Ausblick wurde nun von „negativ“ auf „stabil“ gesetzt, weil die weiteren Abwärtsrisiken von der Agentur als begrenzt eingeschätzt werden.

          Entscheidend für die Herabstufung seien die schwachen mittelfristigen Wachstumserwartungen gewesen, heißt es zur Begründung. Angesichts des geringen Wirtschaftswachstums sei es schwierig, die hohen Staatsschulden in einem mittelfristigen Zeitraum deutlich und nachhaltig zu reduzieren.

          Wachstumsschwäche seit 2012

          Österreichs Wirtschaft sei in den Jahren 2012 bis 2015 kaum gewachsen. Als Wachstumshemmnisse werden eine hohe steuerliche Belastung von Arbeit, eine relativ geringe Beschäftigungsquote bei Frauen und älteren Arbeitnehmern und ein geringer Produktivitätszuwachs angesehen.

          Moody’s schätzt Österreichs jährliches Wirtschaftswachstum bis 2020 auf durchschnittlich 1,3 Prozent. Kurzfristig werde das Wachstum durch temporäre Effekte zwar stärker ausfallen, ab 2019 aber ohne weitere strukturelle Wirtschaftsreformen nur 1,1 Prozent pro Jahr betragen. Die von der Regierung bisher gesetzte Schritte seien zwar positiv, würden sich aber mittelfristig nicht nennenswert auswirken.

          Weitere Themen

          Euro auf Zweijahreshoch

          Devisenmarkt : Euro auf Zweijahreshoch

          Die amerikanische Währung kann nicht von der Corona-Krise profitieren. Das Gegenteil ist der Fall: Der Euro ist so viel wert wie seit April 2018 nicht mehr.

          Topmeldungen

          Frankreichs Premierminister Jean Castex in Paris

          Corona-Pandemie : So sieht Frankreichs Impfstrategie aus

          Frankreich hat sich nach eigenen Angaben mehr Impfdosen gesichert, als es Einwohner hat. Schon bald soll eine große Impfkampagne starten. Bloß: 59 Prozent der Franzosen wollen sich gar nicht gegen Covid-19 impfen lassen.

          EU-Aufbaufonds : Ungarn und Polen drohen leer auszugehen

          Die EU-Kommission bereitet nach F.A.Z.-Informationen in Absprache mit den anderen Ländern vor, den Aufbaufonds ohne Polen und Ungarn in Kraft zu setzen. Sie hat mehrere Möglichkeiten.
          Stefan Löfven, Ministerpräsident von Schweden, auf einer Pressekonferenz in Stockholm am 31. März

          Schwarze-Peter-Spiel : Wer ist schuld an den vielen toten Schweden?

          Die zweite Corona-Welle trifft Schweden mit voller Wucht. Auf der Suche nach den Verantwortlichen geraten die Regionen ebenso in den Fokus wie die Gesundheitsbehörde und die Regierung in Oslo.
          In gefährlicher Mission: Ein Fahrzeug der OSZE-Beobachter 2016 an einem Kontrollpunkt an der Frontlinie in der Ost-Ukraine

          OSZE mit neuer Spitze : Ende des Führungsvakuums

          Die größte regionale Sicherheitsorganisation der Welt hat nach Monaten der Blockade ihr Spitzenpersonal gefunden. Generalsekretärin der OSZE wird eine Deutsche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.