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Bundesbank : Deutsche Banken wollen der EZB kaum Anleihen verkaufen

  • Aktualisiert am

Die EZB in Frankfurt Bild: dpa

Das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank soll Liquidität in die Märkte bringen. Doch bei den deutschen Banken haben die Zentralbanker keinen Erfolg: Sie wollen ihre Staatspapiere nicht verkaufen.

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          Die Chancen der Europäischen Zentralbank (EZB), Anleihen von deutschen Banken zu kaufen und so die Märkte mit Zentralbankgeld zu fluten, stehen offenbar nicht gut. Wie die Bundesbank am Dienstag im Rahmen einer regelmäßigen Umfrage unter Geldhäusern mitteilte, habe das Kaufprogramm zwar die Finanzierungsbedingungen der Banken verbessert. Es belaste aber auch stark ihre Ertragslage.

          „Kaum eine deutsche Bank aus der Stichprobe beabsichtigt einen Verkauf marktfähiger Aktiva im Rahmen des Programms“, schreibt die Bundesbank. Es werde aber mit höherer Liquidität aufgrund gestiegener Kundeneinlagen gerechnet, die unter anderem für die Kreditvergabe genutzt werden soll. Die deutschen Geldhäuser erwarten keinerlei Auswirkungen der EZB-Käufe auf ihre Bedingungen für ihre Kreditvergabe.

          Verglichen mit Deutschland stoße das EZB-Kaufprogramm im restlichen Euroraum aber auf deutlich größeres Interesse. „Im Währungsgebiet wollen die teilnehmenden Banken die gewonnene Liquidität laut eigenen Angaben vor allem zur Kreditvergabe an Unternehmen verwenden.“ Das ist eine gute Nachricht für die EZB, die mit ihrer Geldschwemme unter anderem die schwache Kreditnachfrage anschieben will. Auch planten Euroraum-Banken außerhalb Deutschlands, im Zuge des Programms ihre Kreditbedingungen zu lockern.

          Seit Anfang März kauft die EZB am freien Markt Wertpapiere wie Staatsanleihen im Wert von 60 Milliarden Euro je Monat. Dazu gehören auch besicherte Bankanleihen und Kreditverbriefungen, die die Notenbank bereits seit vergangenem Jahr erwirbt. Mit den Käufen stemmt sie sich gegen die schwache Inflation und die Konjunkturschwäche in angeschlagenen Euroländern. Bis September 2016 will die EZB mehr als eine Billion Euro zur Verfügung stellen.

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