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Staatsanleihen : Argentinien muss hohe Zinsen zahlen

  • Aktualisiert am

14 Stunden debattierte der Senat, nun ist die letzte Hürde genommen, den Schuldenstreit zwischen Argentinien und einigen Hedgefonds beizulegen. Bild: AFP

Die neuen Staatsanleihen Argentiniens waren sehr begehrt. Nicht zuletzt wohl wegen hoher Zinsen.

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          Argentinien hat nach 15-jähriger Abstinenz eine erfolgreiche Rückkehr an den Kapitalmarkt gefeiert. Der Staat plazierte am Dienstag mehrere Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten und nahm 16,5 Milliarden Dollar ein. Die Papiere waren bei den Anlegern derart begehrt, dass Argentinien auch 68 Milliarden Dollar hätte einnehmen können. Allerdings muss der Staat hohe Zinsen zahlen: Für die zehnjährige Anleihe sind es 7,5 Prozent. Zum Vergleich: Die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit dieser Laufzeit liegt nahe null Prozent. Argentinien war 2001 zahlungsunfähig geworden. Das Land war damals nicht in der Lage, ausstehende Anleihen über 95 Milliarden Dollar zu bedienen. Danach hatte sich das Land mit den meisten Geldgebern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen geeinigt.

          Mehrere Hedgefonds kauften die Bonds, die Argentinien nach amerikanischem Recht begeben hatte, damals zu einem Bruchteil des Nennwertes und pochten später auf eine volle Auszahlung.

          Seit der Wahl von Mauricio Macri zum neuen Präsidenten im November 2015 versucht das Land, mit der Lösung des Konflikts mehr Investoren zu locken. Ein amerikanisches Bundesberufungsgericht in New York machte am vergangenen Mittwoch den Weg frei für die Aufhebung von einstweiligen Verfügungen, die Zahlungen an gewisse Gläubiger verhindert hatten. Aus dem Emissionserlös sollen rund 10 Milliarden Dollar verwendet werden, um die Forderungen von Hedgefonds und anderen Investoren, darunter Paul Singer, zu befriedigen, die im Februar eine Einigung mit Argentinien erzielt hatten. Der Ausschluss vom internationalen Kapitalmarkt hatte die argentinische Volkswirtschaft 120 Milliarden Dollar gekostet. Zudem entgingen dem Land zwei Millionen neue Arbeitsplätze, die sonst geschaffen worden wären, wie Finanzminister Alfonso Prat-Gay vor der Anleiheemission in Washington sagte.

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