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Mode : Strenesse beantragt Insolvenz

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Aus besseren Zeiten: Strenesse-Mode 2011 Bild: Helmut Fricke

Das Nördlinger Modeunternehmen Strenesse hat einen Insolvenzantrag gestellt. Damit ist die Rettungsaktion vom Februar zunächst gescheitert.

          Das angeschlagene Mode-Unternehmen Strenesse hat beim Amtsgericht Nördlingen einen Antrag auf Eigenverwaltung gemäß Insolvenzordnung gestellt. Der Antrag wird nun geprüft. Der Aufsichtsrat von Strenesse hat Michael Pluta zudem zum Restrukturierungsvorstand berufen. „Wir wollen, dass Strenesse schnellstmöglich wieder profitabel wird“, sagt Michael Pluta. Die Eigenverwaltung sei das geeignete Instrument, weil es Planungssicherheit für das Unternehmen bedeute und die Interessen der Gläubiger berücksichtige. Der Vorstand habe ein Restrukturierungskonzept erarbeitet, das in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll.

          Der Kurs der Mittelstandsanleihe über 12 Millionen Euro brach schon am Montag ein und fiel von seinerzeit 41 auf zuletzt 28 Prozent. Strenesse hatte im Februar von den Anleihegläubigern einen Zahlungsaufschub von drei Jahren erhalten, nachdem das Unternehmen die eigentlich im März fällige Anleihe nicht zurückzahlen konnte. Bis zum Jahr 2017 sollte ein Sanierungsplan umgesetzt werden. Firmenchef Luca Strehle zeigte sich damals optimistisch, sagte aber seinerzeit schon, dass kurz- und mittelfristig noch einmal zwei bis vier Millionen Euro frisches Geld benötigt würden. Auch habe es Gespräche mit Investoren gegeben.

          Das Modehaus, das es in der Vergangenheit mit seiner Designermode von Schwaben aus auf die Laufstege der Fashionwelt schaffte, hat rund 400 Mitarbeiter, davon rund 220 in Nördlingen. Das Unternehmen befindet sich noch immer im Besitz der Gründerfamilie, auch wenn es im Jahr 2000 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. In dritter Generation ist seit zwei Jahren Luca Strehle Vorstandschef.

          Nach der letzten veröffentlichten Bilanz hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011/12 (31. Mai) bei einem Umsatz von knapp 66 Millionen Euro einen Jahresfehlbetrag von fast 1,1 Millionen Euro verbucht - der Verlust hatte sich gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Nach Angaben des Finance-Magazins ging der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 2013/2014 um 25 Prozent auf 44,2 Millionen Euro zurück. Hohe Verluste und Wertberichtigungen hätten das wirtschaftliche Eigenkapital aufgezehrt. Mit den verbliebenen Mitteln solle nun die Sanierung in Eigenverwaltung durchgeführt werden. Der operative Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt fort.

          „Wir wollen den begonnenen Weg der Restrukturierung weiter fortsetzen und das Unternehmen künftig so aufstellen, dass wir Wachstumschancen nutzen und dabei sehr kostendiszipliniert arbeiten“, so der Vorstandsvorsitzende Luca Strehle. Die Vorbestellungen für die aktuelle Herbst/Winter-Kollektion sei erfreulich, der sowie der Trend im eigenen Einzel- und Großhandelsgeschäft positiv.

          Korrektur: Die Kanzlei Pluta ist nicht Sachwalter.

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