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Poster XXL : Hohe Rendite für Wachstumsfinanzierung

Produktion bei Poster XXL Bild: Poster XXL

Auch die Börse München soll durch den Online-Foto-Dienstleister Poster XXL seine erste Mittelstandsanleihe bekommen. Anleger setzen damit auf erfolgreiches Wachstum.

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          Nach längerer Wartezeit verzeichnet nun auch das Mittelstandssegment der Bayerischen Börse die erste Anleiheemission. Der Online-Fotodienstleister Poster XXL möchte bei Anlegern Inhaberschuldverschreibungen von insgesamt 15 Millionen Euro plazieren. Eine zweite Tranche von 10 Millionen Euro ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Börse in München hatte schon im November 2010 das ursprünglich nur für Aktien vorgesehene Segment m:access für Anleihen geöffnet. Poster XXL begibt die mit 7,25 Prozent verzinste Anleihe mit einer Laufzeit von 5 Jahren per Eigenemission. Die erste Zinszahlung erfolgt schon nach 5 Monaten am 15. Dezember, danach jährlich. Die letzte Zinszahlung erhalten Anleger dann aber wieder zum Fälligkeitszeitpunkt am 27. Juli 2017. Durch diese Struktur errechnet sich eine Rendite von 8,85 Prozent, die Zeichnung beginnt am Mittwoch.

          Noch kein XXL-Unternehmen

          Poster XXL vertreibt über dass Internet individuelle Foto-Druckprodukte wie Fotobücher, Kalender oder Poster sowie Werbeartikel. Das Unternehmen erwirtschaftete 2011 bei einem Umsatz von gut 20 Millionen Euro einen Gewinn von knapp 690 000 Euro. Das waren immerhin rund 53 Prozent mehr Umsatz und 118 Prozent mehr Gewinn als im Jahr davor.

          Indes legen die beiden Zahlen auch zwei Dinge offen: Poster XXL ist als Unternehmen noch nicht XXL, sondern eher irgendwo zwischen S und M anzusiedeln. Positiv ist, dass das Unternehmen offenkundig noch einiges Wachstumspotential hat. Insofern kann es in die XXL-Größe im Laufe der Jahre noch hineinwachsen.

          Wachstum drückt auf Eigenkapitalquote

          Dass der Druckdienstleister ein Wachstumsunternehmen ist, zeigt sich auch in der Bilanzentwicklung. Nach Berechnung der Rating-Agentur Scope ist die Eigenkapitalquote zwischen 2009 und 2011 von knapp 55 auf nur noch 30 Prozent gefallen. Die Analysten der Creditreform beziffern sie sogar nur auf 27 Prozent. Doch die Eigenkapitalquote zum Jahresende gebe das wahre Bild nur stichtagsbezogen wieder, sagt Alleinvorstand Christian Schnagl. Das liege daran, dass am Ende des Jahres aufgrund saisonaler Effekte immer ein hoher Forderungsbestand vorhanden sei.

          Gewachsen ist im Lauf der beiden Jahre 2010 und 2011 dabei vor allem der Anteil der sonstigen Verbindlichkeiten, zum größten Teil aufgrund von Mietkaufverpflichtungen aus der Produktion. Finanzverbindlichkeiten hat das Unternehmen dagegen bisher nicht in nennenswerter Größe.

          Das wird sich mit der Anleihebegebung fundamental ändern. Bei einer Bilanzsumme von 9,55 Millionen Euro zum 31.12.2011 werden die Relationen mit einer Finanzschuld von dann 15 Millionen Euro kippen. Ohne Zuführung von Eigenkapital und Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten würde selbst bei einem Gewinnwachstum in derselben Größenordnung wie 2011 die Eigenkapitalquote auf weniger als 17 Prozent fallen.

          Weiter wachsen

          Die Strategie des Unternehmens liegt angesichts der noch geringen Größe auf der Hand: weiter wachsen. Das soll zum ein organisch geschehen mittels einer Ausweitung des Produkt-Portfolios aber auch durch die weitere Expansion in andere Euro-Länder. Unter anderem ist man schon jetzt vor allem in Frankreich, mit einer Internet-Seiten im Geschäft, die 2011 10 Prozent des Umsatzes einbrachte.

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