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Mittelstandsanleihen : Golfino-Anleihe bleibt liegen

Zum Sportwagen und zur Villa - gewandet mit Mode von Golfino. Bild: Unternehmen

Die neue Anleihe von Golfino ist gefloppt. Gerade einmal 23.000 Euro von nur vier Millionen Euro konnte der Golf-Ausrüster an neue Investoren verkaufen. Auch der Umtausch blieb unter den Hoffnungen.

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          Golfino war angesichts der schlechten Lage am Markt für Mittelstandsanleihen vorsichtig gewesen. Zur Refinanzierung seiner im April fällig werdenden Anleihe von 12 Millionen Euro hatte der Golf-Ausrüster eine neue Anleihe angeboten. Gerade einmal insgesamt vier Millionen Euro wollte das Unternehmen einnehmen. Dabei setzte man sowohl auf neue Zeichner als auch auf die Inhaber der Alt-Anleihe. Diese konnten ihre 2017 fälligen und mit 7,25 Prozent verzinsten Schuldverschreibungen gegen nachrangige Papiere mit einem Zins von 8 Prozent eintauschen, die dann 2023 fällig werden.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch neue Investoren fand Golfino praktisch keine. Gerade einmal 23.000 Euro an Zeichnungsaufträgen gingen ein - praktisch nichts. Auch die Alt-Anleger verschmähten die neue Schuldverschreibung weitestgehend. Mit 1,28 Millionen Euro wurde nur jede zehnte Schuldverschreibung umgetauscht.

          GOLFINO AG ANL. 16/23

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          Golfino bedankte sich für das Vertrauen und sieht damit einen weiteren Baustein der neuen mittelfristigen Finanzierungsstruktur aufgesetzt. Das Unternehmen gehe unverändert von der planmäßigen Umsetzung der neuen Gesamtfinanzierung aus.

          Manche Investoren, die sich im Vorfeld kritisch geäußert hatten, dürften sich bestätigt sehen. Diese hatten konkretere Aussagen zum Gesamtfinanzierungskonzept bemängelt. Golfino hatte betont, sich „in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Bankenkonsortialkredit von mindestens 18 Millionen Euro“ zu befinden. Mehr als eine grundsätzliche Einigung sei aber noch nicht erreicht worden. Auch der eher vage Hinwies, dass durch die Plazierung bei anderen Finanziers bessere Konditionen erzielt werden könnten, wurde kritisch betrachtet.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Golfino kämpft seit Jahren mit rückläufigen Margen. Betrug die Reingewinnmarge 2011 noch 2,6 Prozent, waren es im Geschäftsjahr 2014/2015 nur noch 0,7 Prozent. Auch die operative Marge hat seit 2011 im Trend nachgegeben.

          Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr, meldete das Unternehmen am Montag einen „gestiegenen Ertrag und Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau“. Die Margen im eigenen Einzelhandel sei flächenbereinigt um 4 Prozent gestiegen. Im Wertpapierprospekt war dagegen noch von einem Ergebnis „ungefähr auf Vorjahresniveau“ bei höheren Umsätzen die Rede gewesen.

          Während aber der Umsatz in den Vereinigten Staaten laut Unternehmen um 35 Prozent wuchs, lief das Geschäft in Europa nicht so gut. Dennoch wertete Golfino das Jahr als Erfolg, auch wenn die Umsatzziele angesichts eines in Europa verregnetem Sommers und eines sehr warmen September nicht ganz erreicht worden seien.

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