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Hohe Zinsen locken : Mittelstandsanleihen sind plötzlich wieder gefragt

Der E-Auto-Zulieferer Paragon will die Gunst der Stunde zur Anleihefinanzierung nutzen. Bild: Hersteller

Der Markt für Mittelstandsanleihen wurde vielfach schon für tot erklärt. Jüngste Emissionen waren aber begehrt. Doch schon gibt es auch wieder Misstöne.

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          Der Markt für Mittelstandsanleihen zeigt sich in den vergangenen Monaten fast schon überraschend lebhaft. Eine Reihe von Emittenten, deren Anleihen in den Folgemonaten auslaufen, hat sich überraschend problemlos neu finanzieren können.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den Anfang hatte im März der Hemdenhersteller Eterna gemacht, der allerdings nur 25 der 55 Millionen Euro aus der Alt-Anleihe über die Begebung einer Schuldverschreibung refinanzierte. Eterna bot dafür mit einem Zins von 7,75 Prozent einen Aufschlag von 7,6 Prozentpunkten auf den Referenzzinssatz (siehe dazu auch Kasten am Ende des Textes). Das waren 0,53 Prozentpunkte mehr gewesen als bei Begebung der Vorgänger-Anleihe im Jahr 2012, so dass sich Eterna am Anleihenmarkt teurer refinanzieren musste.

          ETERNA MODE HLD 17/24

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          Jüngst zeigte sich der Markt extrem aufnahmebereit. Den Startschuss gab dabei wohl der Holzwerkstoffverarbeiter Homann. Dieser konnte Anfang Juni problemlos binnen weniger Stunden 50 Millionen Euro einwerben und damit die Hälfte der Mitte Dezember fälligen Anleihe refinanzieren und hätte durchaus noch mehr Anleihen verkaufen können. Homann bot für die neue Anleihe einen Aufschlag auf den Referenzzins von 5,1 Prozentpunkten – rund einen Prozentpunkt weniger als 2012.

          Möglicherweise davon ermutigt, trat wenige Tage später auch das Bergbau-Unternehmen Metalcorp an die Anleger heran, obgleich dessen Anleihe erst im Juni 2018 fällig wird. Metalcorp zeigte sich mit einem geplanten Volumen von 70 Millionen Euro noch mutiger und war erfolgreich, obwohl sich das Unternehmen über die Refinanzierung hinaus mit weiteren 40 Millionen Euro verschuldete. Gegenüber dem Jahresende 2016 bedeutete das einen Anstieg der Bruttofinanzverschuldung von 25 Prozent. Metalcorp hatte im Vergleich zur Alt-Anleihe aus dem Jahr 2013 einen um 0,65 Prozentpunkte niedrigeren Aufschlag geboten.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Zwei weitere Unternehmen versuchen sich derzeit an der Refinanzierung. Zum einen der Spezialist für Druckerzuführungen BDT. Dessen Versuch ist bescheiden: Gerade einmal fünf Millionen Euro will das Unternehmen aus Rottweil einsammeln. Das ist weniger als die Hälfte des Rest-Volumens der Alt-Anleihe aus dem Jahr 2012.

          BDT gilt mit einem Creditreform-Rating von „CCC“ als angeschlagen und quält sich mit hartnäckigen Verlusten. Die Eigenkapitalquote lag zu Jahresbeginn bei nur noch sieben Prozent. Dafür bietet BDT einen um 0,66 Prozentpunkte höheren Risikoaufschlag als 2012. Das muss es aber auch, weil die neue Anleihe nachrangig ist. Das bedeutet, dass im Zweifelsfall bei einer Insolvenz mit einem Totalausfall zu rechnen ist.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Auch die Anleihe des Autozulieferers Paragon wird wie die von Metalcorp erst im Sommer des kommenden Jahres fällig. Unlängst ließ Paragon dennoch verlauten, man habe vor dem Hintergrund des derzeit attraktiven Kapitalmarktumfeldes eine Emission geprüft. Will sagen: Die Gunst der Stunde sollte genutzt werden. Kurz darauf vermeldete Paragon eine Anleihe im Volumen von 40 Millionen Euro auflegen zu wollen. Ein noch etwas mutigeres Unterfangen: Denn das Unternehmen hatte 2013 nur 10 Millionen Euro plaziert und diese Anleihe danach noch einmal um rund 3 Millionen Euro aufgestockt.

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