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Mittelstandsanleihen : KTG-Energie-Chef Berger tritt ab

Hier wird vergoren: Biogasanlage in Thüringen Bild: dpa

Nach dem früherern KTG-Agrar-Chef Hofreiter räumt jetzt auch KTG-Energie-Chef Berger den Stuhl. Im Grunde kann das nicht überraschen.

          Die Ära Siegfried Hofreiter beim Landwirtschaftskonzern KTG Agrar ist im Zuge von deren Insolvenz sang- und klanglos zu Ende gegangen. Nun räumt auch bei der börsennotierten Tochtergesellschaft KTG Energie der Vorstandsvorsitzende Thomas Berger seinen Stuhl. Darauf habe er sich laut Ad-hoc-Mitteilung mit dem Aufsichtsrat in beiderseitigem Einvernehmen verständigt.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Grunde war diese Personalie zu erwarten. Berger war gemeinsam mit Hofreiter seit 2008 im Vorstand der KTG Agrar tätig und war beim Börsengang der Biogas-Tochtergesellschaft dort auf den Chefsessel gerückt.

          Insofern kann Berger als Vertrauter des abgehalfterten Hofreiter gelten. Das aber könnte eine Belastung bei den laufenden Bemühungen sein, die KTG Energie aus dem Insolvenzstrudel der KTG Agrar draußen zu halten.

          KTG Energie hatte es immer als besonderes Plus des Geschäftsmodells herausgestellt, dass man die unmittelbare Nähe zu den Agrarstandorten der KTG Agrar bevorzuge. Auf diese Weise garantiere man eine dauerhafte und planbare Versorgung mit Rohstoffen für das gesamte Jahr. Dies hat sich jetzt in eine möglicherweise wenig vorteilhafte Abhängigkeit verwandelt.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Berger hatte zwar stets betont, dass KTG Energie „nicht unmittelbar“ von der Insolvenz des Großaktionärs betroffen sei, doch könnten sich Probleme über die Zeit zeigen. Erste Hinweise könnte der Halbjahresbericht liefern, der Ende des Monats veröffentlicht werden soll. Gleichzeitg will sich das Unternehmen auf einer Nebenwerte-Konferenz in Frankfurt präsentieren.

          Christian Heck, Vorstand für das operative Geschäft soll das Unternehmen bis auf weiteres als Alleinvorstand führen. Heck und Berger haben schon vor ihrer gemeinsamen Zeit bei KTG Energie zusammen gearbeitet. In den Jahren 2009 und 2010 führten sie für einige Monate die NEW Organic Energy.

          Heck werde von einer starken zweiten Führungsebene unterstützt, somit sei Kontinuität beim Anlagenbetrieb und in den laufenden Finanzierungsgesprächen gewährleistet.

          Im Unterschied zu Hofreiter bei KTG Agrar soll Berger werde der KTG Energie weiter beratend zur Verfügung stehen. Zudem dankte der Aufsichtsrat Berger für die geleistete Arbeit - auch das unterscheidet sich zum Abgang von Hofreiter. Hier hieß es: „Dieses Verfahren also der Rücktritt) ist aus Sicht aller Beteiligten weiterhin die beste Alternative für die Restrukturierung und Sanierung der KTG Agrar SE.“

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