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KTG Agrar : Schneebälle aus Mais

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Eine Seilschaft braucht, wer mit kreativer Bilanzierung Anlegern Solidität vorgaukeln will. Dem ehemaligen KTG-Chef Hofreiter scheint dies gelungen zu sein.

          Der insolvente Landwirtschaftskonzern KTG Agrar liefert Stoff wie für einen Wirtschaftskrimi - auf die Spannung hätten seine vielen tausend Anleihegläubiger gern verzichtet. Sie werden einen Großteil ihres Geldes nicht wiedersehen. Das ist in vielen Löchern versickert, wie nun langsam herauskommt. Eigentum und Geschäftsführung vieler der mehr als hundert Tochterunternehmen der KTG lagen in der Hand eines Kreises von Personen, die voneinander profitierten.

          Lange glaubten die Anleger an die Geschichte vom profitablen Investment in Land, Traktoren und Tiefkühlwerke - die tatsächlich schon ein Jahr vor der Insolvenz nach und nach verkauft wurden, um an frisches Geld zu kommen und Kredite zurückzahlen zu können. Amigos wachten im Aufsichtsrat über sich selbst. Niemand merkte es, auch nicht professionelle Bankanalysten.

          So leicht lässt sich ein Schneeballsystem bauen, das nur dank phantasievoller Bilanzierung überleben konnte. Der Fall des Hamburger KTG-Konzerns um den schon einmal im Jahr 2002 wegen Insolvenzverschleppung vorbestraften Gründer Siegfried Hofreiter erinnert fern an den der Bremer Beluga Shipping GmbH, die vor fünf Jahren nicht mehr zahlen konnte: Auch da gab es eine Scheinwelt frisierter Bilanzen. Leere Schiffstanks wurden zu vollen. Das geht auch mit Getreidesilos.

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