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Mittelstandsanleihen : German Pellets wird aufgespalten

  • Aktualisiert am

Die German Pellets gehen jetzt in andere Hände. Bild: dpa

Der Brennstoff-Hersteller German Pellets wird zerschlagen. Mehrere Werke des insolventen Holzverarbeiters werden von zwei Investoren übernommen.

          Der insolvente Brennstoff-Hersteller German Pellets wird zerschlagen. Das Stammwerk am Firmensitz in Wismar geht an den New Yorker Finanzinvestor Metropolitan Equity Partners (MEP), während der baden-württembergische Faserstoff-Hersteller Rettenmaier die beiden Werke in Ettenheim und Herbrechtingen übernimmt.

          Das teilte Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde am Montag mit. Die rund 180 Arbeitsplätze in der Produktion von Holzpellets zum Heizen und für Tierstreu blieben damit weitgehend erhalten, in der Verwaltung in Wismar werde es aber zu Einschnitten kommen. In Deutschland beschäftigt German Pellets insgesamt 300 Mitarbeiter.

          Die Verhandlungen über das Werk in Torgau liefen noch, ein Abschluss sei noch im Mai zu erwarten, sagte Schmudde. Sie hat damit ihr Ziel erreicht, mit Eröffnung des endgültigen Insolvenzverfahrens zum 1. Mai das Kerngeschäft in neue Hände zu geben.

          German Pellets hatte im Februar Insolvenz angemeldet, nachdem die Umschuldung einer zum 1. April fälligen Anleihe misslungen war. Davon betroffen ist eine fünfstellige Zahl von Anlegern. Die Zeichner von Genussrechten und hochverzinsten Anleihen - mehr als 200 Millionen Euro - dürften trotz des Verkaufs leer ausgehen.

          Nach dem Verkauf der Werke dürfte eine insolvente Auffanggesellschaft übrig bleiben, die die ausgefallenen Genussrechte und Anleihen bündelt und abwickelt. Nun gilt es zu prüfen, ob bei den verbliebenen Gesellschaften nach  Befriedigung der erstrangigen Gläubiger noch genung Masse vorhanden ist, um Gelder an nachrangige Gläubiger auszuzahlen. 

          Derzeit verhandelt die Insolvenzverwaltung auch noch mit der belgischen Regierung und einem neuen Investor über eine Übernahme eines kurz vor der Insolvenz gekauften Kraftwerks, dessen Eigentumsverhältnisse ungeklärt sind.

          In den Vereinigten Staaten hatten mit German Pellets verbundene Unternehmen bei Investoren weitere 550 Millionen Dollar eingesammelt, die zum Teil von German Pellets garantiert wurden. In Texas und Louisiana hatte das Unternehmen große Werke für die verbundenen Unternehmen gebaut, die aber druch die Liquiditätsschwierigkeiten der German Pellets ebenfalls in die Insolvenz (Chapter 11) rutschten. Hier werde an „nachhaltigen Restrukturierungs- und Fortführungslösungen gearbeitet“, sagte Schmudde.

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