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Sanierung gescheitert : Deutsche Forfait in der Insolvenz

Autobau im Iran. Nicht nur die Wirtschaft des Landes leidet unter den Sanktionen. Wer wie DF in Verdacht gerät, für den wird es teuer. Bild: AFP

Die Sanierung des Außenhandelsfinanzierers Deutsche Forfait ist im ersten Anlauf gescheitert. Nun soll es im Schutzschirmverfahren weitergehen.

          Wie schon am Ende der vergangenen Woche befürchtet, hat der Außenhandelsfinanzierer Deutsche Forfait (DF) in die Insolvenz  gegangen. Das Unternehmen habe sich am späten Dienstag entschieden, „zur weiteren Umsetzung der Restrukturierung beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung zu stellen“.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Schutzschirmverfahren ist seit März 2012 Bestandteil der  Insolvenzordnung. Es soll dem Unternehmen ermöglichen, sich in Eigenregie zu sanieren und gewährt ihm einen auf drei Monate befristeten Vollstreckungsstopp. Wichtige Voraussetzung ist, dass das Unternehmen liquide ist und Aussicht auf erfolgreiche Sanierung besteht.

          Der Schritt wurde bei der Deutschen Forfait notwendig, weil  Gespräche mit Investoren zur Schließung der bestehenden Eigenkapitallücke nicht rechtzeitig zum Erfolg führten und somit die notwendigen Kapitalerhöhungen nicht hatten wirksam werden können. 

          Zuvor hatte weder eine Kapitalerhöhung in ausreichendem Umfang plaziert werden können, noch hatten sich in ausreichendem Umfang Anleihegläubiger bereit gefunden, Schuldverschreibungen an das Unternehmen zum Kurs von 50 Prozent des Nennwerts zu verkaufen. Es gab nur Angebote über 2,5 Millionen Euro, genau die Hälfte dessen, was notwendig gewesen wäre.

          Im Februar 2014 war das Unternehmen von amerikanischen Behörden wegen angeblicher Verstöße gegen die Iran-Sanktionen auf eine Schwarze Liste genommen worden. Dies hatte es dem Mittelständler praktisch unmöglich gemacht, noch geschäfte in Dollar abzuwickeln. Auch Geschäfte in Euro seien erschwert gewesen.

          Auch wenn das Unternehmen nach einigen Monaten wieder von der Liste gestrichen wurde, geriet es dadurch in Schieflage. Der Deutschen Forfait wurden nach eigenem Bekunden keine Strafzahlungen auferlegt. Allerdings hatte das Unternehmen garantieren müssen, keine Verbindungen zu Parteien zu unterhalten, die auf der Liste geführt werden sowie zur Einführung eines Compliance-Systems, das im Einklang mit amerikanischem Sanktionsrecht steht. Mitarbeiter sollten entsprechend ausgebildet und korrespondierende Berichtspflichten erfüllt werden.

          DF betonte, dass eine Untersuchung der Bundesbank bestätigt habe, dass die Gesellschaft weder gegen deutsches noch gegen EU-Sanktionsrecht verstoßen habe.

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