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Mittelstandsanleihen : Neue Anleihen mit breitem Zinsspektrum

  • Aktualisiert am

Potentielle Kunden für den Deutsche Bildung Studienfonds Bild: dpa

Drei Nischen-Finanzdienstleister bringen neue Anleihen auf den Markt. Die Angebote von Deutsche Bildung, Ferratum und 4finance sind dabei höchst unterschiedlich.

          Der Markt für Mittelstandsanleihen mag tot sein. Das gilt aber vor allem für den Begriff als solchen. Das Emissionsgeschäft läuft unterdessen weiter. Leichter haben es dabei Emittenten, die aus angesagten Branchen kommen wie den Finanzdienstleistungen oder gut englisch: Fintech.

          Mit der Deutsche Bildung Studienfonds GmbH möchte ein bisher eher weniger bekannter Emittent ein zweites Mal 10 Millionen Euro einsammeln. Das Unternehmen, das als privater Studienfinanzierer aktiv ist, springt in die Lücke, die sich zwischen Bafög, Stipendien und den elterlichen Taschen ergibt und sieht sich in einer Rolle zwischen Geldgeber und Lebenshelfer.

          Neben Krediten bietet es Studenten über das Programm „Wissen Plus“ die Möglichkeit, an Seminaren teilzunehmen, etwa zu Themen wie die Planung der persönlichen Finanzen oder Lerntechniken. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Geschäftsführer Ulf Becker. „Das sind junge Leute, die sich mit diesen Fragen zum ersten Mal in ihrem Leben beschäftigen und für die dies eine echte Herausforderung ist.“

          Einkommensabhängige Tilgung

          Die Nachfrage komme von Studierenden, denen andere Finanzierungsmöglichkeiten fehlten oder die Studienzeiten überbrücken wollten, in denen ein Nebenverdienst kaum möglich ist. Wettbewerber habe man im Grunde nicht. „Die Banken können oder wollen das Geschäft nicht machen“, sagt Becker. „Sie wollten eigentlich damit Kunden gewinnen. Aber das hat nicht wie gewünscht funktioniert.“ Jetzt sei der einzige Anbieter nur noch die staatliche KfW-Gruppe.

          Eines der Anliegen der Deutsche Bildung ist dabei auch, die Kreditnehmer nicht in eine hohe Verschuldungssituation zu bringen. Daher ist die Rückzahlung an das spätere Einkommen gekoppelt. Dauer und Prozentsatz werden individuell festgelegt und liegen zwischen 3 und 10 Prozent beziehungsweise Jahren.

          „Das Risiko liegt dabei hauptsächlich darin, dass das Studium länger dauert oder das Einkommen geringer ausfällt. Andererseits besteht die Chance, dass es genau anders herum ausgeht“, erläutert Becker.

          Noch im Aufbau

          Das Unternehmen ist als Gmbh & Co. KG konstituiert und wird von vier Familien kontrolliert. Es verfügt derzeit über 15 Millionen Euro eingezahlte Kommanditanteile und kam vor Emission der zweiten Anleihe zum 31. Dezember 2015 auf eine Eigenkapitalquote von knapp 47 Prozent, wobei die wesentlichen Verbindlichkeiten in Höhe von 8,77 Millionen Euro aus der ersten Anleihe bestehen.

          Bei einem Jahresumsatz von knapp 55.000 Euro belief sich der Fehlbetrag auf 2,35 Millionen Euro. Indes befindet sich das Unternehmen noch im Aufbau: Knapp 700 zu finanzierenden Studierenden stehen nur wenig mehr als halb soviel Rückzahler gegenüber.

          Mit den Mitteln aus der Anleihe will die Deutsche Bildung etwa 900 Studierende innerhalb eines Jahres fördern. Längerfristig sollen es mehr werden. Das feste Ablaufdatum sei nicht ideal, räumt Becker ein, bei einer Rückzahldauer von rund 4,6 Jahren passe die Laufzeit von zehn Jahren aber gut. Die Ausfallrate der Kredite ist mit 0,5 Prozent gering, wobei es sich streng genommen nicht um bankmäßige Kredite handelt, sondern um eine privatrechtliche Studienförderung. Die Bonität der Zielgruppe aber ist gut, ebenso wie ihre Einkommensentwicklung. Mit den Angeboten von „Wissen Plus“ versucht die deutsche Bildung zudem ihre Investments zu schützen.

          Die Deutsche Bildung bietet einen Zins von 4 Prozent für eine Laufzeit von zehn Jahren und damit für den Langläufer einen Aufschlag von 3,945 Prozentpunkten gegenüber der zehnjährigen Bundesanleihe. Die 2013 begebene Anleihe mit einem Zins von 5 Prozent handelt derzeit mit einer Rendite von 3,68 Prozent. Allerdings zahlt das Unternehmen gegenüber dem Referenzzins mit 3,575 Prozentpunkten einen höheren Aufschlag als 2013, als es 2,93 Prozentpunkte waren.

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