https://www.faz.net/-gv6-qgrj

Mittelstandsanleihen : Golden Gate will Durchbruch finanzieren

Von der Bundeswehr zu Golden Gate: Krankenhaus Amberg Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Der Frankfurter Entry Standard sieht eine Anleihen-Neuemission des Immobilienentwicklers Golden Gate. Allerdings sind vor allem dessen Klinik-Projekte noch nicht gestartet. Eine Besicherung soll die Unwägbarkeiten auffangen.

          4 Min.

          Der Reigen der Anleihen mittelständischer Emittenten, die sich Geld vor allem von Privatanlegern leihen wollen, wie an der auf deren Bedürfnisse zugeschnittenen Emissionen zu erkennen ist, setzt sich fort.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          War es bislang das Bond-M-Segment der Stuttgarter Börse, das den größten Zulauf fand, kommen nun auch andere Handelsplätze verstärkt zum Zug. Mit einer Schuldverschreibung der Golden Gate AG, einem Spezialisten für die Entwicklung von Gesundheits- und Wohnimmobilien, soll nun der Frankfurter Entry Standard Zuwachs erhalten, wobei sich dieser angesichts der eher kleinen Plazierung von 30 Millionen Euro in Grenzen hält.

          Aus der Textilbranche ins Gesundheitswesen

          Die Laufzeit ist mit dreieinhalb Jahren diesmal kurz, läuft doch die überwiegende Mehrzahl der bisherigen Emissionen fünf Jahre lang. Mit 6,5 Prozent liegt die Verzinsung fast viereinhalb Prozentpunkte über dem drei- und knapp 4,2 Prozentpunkte über dem vierjährigen Referenzzins der Banken (Mid-Swap).

          Die Golden Gate AG ist ein junges Unternehmen. Sie wurde erst 2006 gegründet, war zunächst in der Textilbranche tätig. Das aktuelle Geschäftsmodell steht seit 2009 im Fokus. Allein-Gesellschafter ist Uwe Rampold . Dieser machte vor allem von sich reden, als er und seine Lebensgefährtin vor einigen Jahren den Nobel-Friseur Meir vor der Insolvenz bewahrten.

          Golden Gate erwirbt, entwickelt und realisiert Gesundheits- und Wohnimmobilien in Deutschland und konzentriert sich dabei auf akut-stationäre Fachkliniken sowie nach eigenem Bekunden Wohnprojekte im hochwertigen bis zum Luxus- und Top-Segment. Vor zwei Jahren erwarb Golden Gate etwa die ehemaligen Bundeswehrkrankenhäuser in Amberg und Leipzig.

          Dort sollen auf Sepsis-Erkrankungen spezialisierte Fachkliniken entstehen, vorwiegend für Patienten, die Prothesen mehrfach wechseln müssen und an Infektionen mit resistenten Keimen leiden. Eröffnet werden sollen die Kliniken 2012 und 2013.

          Solare Pläne

          Darüber hinaus soll in Amberg ein sogenanntes „Sonnen-Dreieck“ entstehen. Dort sollen Häuser gebaut werden, die sich drehen und nach dem Stand der Sonne ausgerichtet werden können sowie Reihen- und Appartementhäuser mit Photovoltaikanlagen.

          Auf Sylt baut Golden Gate zudem ein Landhaus im Friesenstil, in Hamburg wird ein Wohnungsprojekt entwickelt, zudem bietet das Unternehmen im Klinikbereich Beratungs- und Managementdienstleistungen an.

          Der Nettoerlös aus der Emission von bis zu 29 Millionen Euro soll für weitere Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in Amberg und Leipzig, Neubauten in Sylt sowie neue Projekte verwendet werden. Auch Hamburg steht auf der Liste. Indes gehört letzteres Projekt noch Uwe Rampold über seine Rampold AG.

          Leipziger Schwierigkeiten

          Ganz rund lief es auch in Leipzig nicht. Laut Bericht der Leipziger Volkszeitung vom Januar hätte die Klinik schon 2010 die Arbeit aufnehmen sollen. Doch der mögliche Partner Ediacon, der Betreiber des Leipziger Diakonissenkrankenhauses, entschied sich dann zu Beginn des laufenden Jahres für eine Stärkung des Standortes Chemnitz - sehr zum Ärger von Golden Gate.

          2012/2013 soll aber ein entsprechendes Zentrum laut sächsischem Krankenhausentwicklungsplan in Leipzig entstehen - Golden Gate hofft bei der Ausschreibung auf den Zuschlag. Indes sind nur 35 förderungswürdige Planbetten vorgesehen, die Klinik Leipzig ist mit 107 Betten geplant.

          Noch im Anfangsstadium

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In der Corona-Krise sind viele Unternehmen auf Hilfe vom Staat angewiesen.

          Gelder für Unternehmen : Das Risiko der Corona-Beihilfen

          Mit den Beihilfen für Unternehmen kam auch die Erleichterung bei vielen deutschen Geschäftsführern. Doch die Zahlungen sind an strenge Auflagen gebunden – vieles kann dabei schiefgehen. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.