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Konsum : BAT-Anleihen steigen trotz des Gewinneinbruchs

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British American Tobacco hat einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die Anleihen des Unternehmens verzeichnen dennoch Kursgewinne. Dies dürfte am zuversichtlichen Ausblick und einer anstehenden Fusion liegen.

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          Mit Zigaretten und Tabak hat es zuletzt aus europäischer Sicht weniger zu verdienen gegeben als im Jahr 2002. Diesen Schluß legt zumindest die von British American Tobacco (BAT) vorgelegte Bilanz des vergangenen Jahres nahe. Denn der Konzern hat trotz eines gestiegenen Umsatzes einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen, wenngleich er noch deutlich mehr als eine halbe Milliarde Pfund auf der Habenseite verbuchen konnte.

          Daß sich der Konzern gesund fühlt, werden Aktionäre an der steigenden Dividende merken. Zudem dürften sie sich über den mild zuversichtlichen Ausblick des Vorstands freuen, der trotz der Dollarschwäche von einem Gewinnwachstum spricht. Wohl aus diesem Grund macht sich der Gewinneinbruch im Jahr 2003 auch nicht bei den Kursen der Anleihen des Konzerns bemerkbar, denn diese steigen durch die Bank weg.

          Höhere Dividende trotz des niedrigeren Gewinns

          BAT hat im vergangenen Jahr den Umsatz auf 25,62 Milliarden Pfund (38,18 Milliarden Euro) nach 24,682 Milliarden Pfund gesteigert. Die Summe der Erlöse in Pfund wurde dabei durch die Dollarschwäche gedrückt. Folglich hat sich der Konzern mit Marken wie „Benson & Hedges“ und „Lucky Strike“ auch und gerade in Amerika gegen die verschärfte Konkurrenz durch Billiganbieter behauptet.

          Das Ergebnis vor Steuern sank von 2,113 Milliarden Pfund auf 1,567 Milliarden Pfund und lag damit deutlich unter der Konsensprognose von 2,56 Milliarden Pfund. Und das Nettoergebnis verminderte sich von 1,152 Milliarden Pfund (1,71 Milliarden Euro) auf 631 Millionen Pfund (940 Millionen Euro). Der Gewinn ist durch Kosten in Höhe von 280 Millionen Pfund aufgrund von Entlassungen in Amerika und im Vereinigten Königreich belastet. Gleichwohl will der Konzern seine Ausschüttung an die Aktionäre erhöhen: Die Dividende soll von 35,2 auf 38,8 Pence je Anteilsschein steigen.

          Dollarschwäche als belastender Faktor

          Zum Ausblick sagte der Chef des BAT-Verwaltungsrats, Martin Broughton, daß der schwache Dollar das Gewinnwachstum des Konzerns in diesem Jahr beeinträchtigen könnte. Zugleich zeigte er sich optimistisch über die Geschäftsaussichten. Die avisierte Fusion des amerikanischen Geschäfts Brown & Williamson mit dem Konkurrenten RJ Reynolds verlaufe nach Plan und solle bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden. Der Zusammenschluß werde nicht zum Verkauf von Marken führen, versicherte Broughton. An der Holding namens Reynolds American wird BAT zu 42 Prozent beteiligt sein. Bei Analysten kommt diese Übereinkunft gut an. Sie sei sehr wichtig, da das Amerika-Geschäft Anlaß zur Sorge gegeben habe, meinte Vermögensverwalter Tim Bray von Star Asset Management, nach Angaben von Bloomberg News.

          Das heißt: Mittelfristig wird mit einer Stärkung der Ertragskraft von BAT gerechnet. Dies sollte folglich den von Moody´s Investors Services mit Baa1 und von Standard&Poor´s mit BBB+, also eher schwachen Investment-Graden bewerteten Anleihen zugute kommen, die sich aufgrund ihrer Rendite einer nicht unerheblichen Beliebtheit erfreuen. So legt die mit 5,375 Prozent verzinste 2006 auslaufende Anleihe aus dem Jahr 1998 am Dienstag um 0,5 Prozent auf 105 Prozent zu. Bei einer Rendite von 3,185 Prozent wirft sie gut 0,85 Prozent mehr ab als die entsprechende Bundesanleihe.

          2013 fällige BAT-Anleihe rentabler als entsprechende Altadis-Schuld

          Der 2013 auslaufende Titel mit einem Nominalzinssatz von 5,125 Prozent legt um 0,2 Prozent auf 100,27 Prozent und damit auf einen Spitzenwert zu. Er kommt auf eine Rendite von knapp 5,1 Prozent und damit auf ein Prozent mehr als die bis 2013 laufende Bundesschuld und 0,2 Prozent mehr als die vom Konkurrenten Altadis („Gauloises“) begebene, ebenfalls mit 5,125 Prozent verzinste Anleihe, die ebenfalls ein Baa1-Rating aufweist. Anleihen der Mitbewerber Imperial Tobacco und Altria sind wegen der schlechteren Ratings nicht ganz vergleichbar.

          Wer Tabak-Anleihen in seinem Portfolio haben will, ist folglich mit Titeln von British American Tobacco relativ am besten bedient. Anleger, die mit solchen Papieren liebäugeln, sollten indes immer die mit solchen Titeln verbundenen Risiken im Hinterkopf behalten. Dazu zählen anhängige Klagen und die in Amerika wie Deutschland und Europa geübte Politik, Tabak weiter zu verteuern. Beides kann das Wachstum von Tabakkonzernen behindern und sie Geld kosten, also zu Lasten ihrer Profitabilität und Kreditwürdigkeit gehen.

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