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Unternehmensinsolvenzen : Konkurse in Westeuropa weiter rückläufig

  • Aktualisiert am

Es hätte Europas Pleite des Jahres werden können: Doch Alitalia wird wohl doch noch einmal gerettet. Bild: dpa

Seit nunmehr drei Jahren sinkt in Westeuropa die Zahl der Unternehmensinsolvenzen. Deutliche Anstiege verzeichneten dagegen zuletzt Großbritannien und die Vereinigten Staaten.

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          Das politische Umfeld in Europa ist unruhig. Daher könnte man den Eindruck haben, es ginge dem Kontinent nicht gut. Tatsächlich ist die europäische Wirtschaft in den vergangenen drei Jahren um fast so stark wie seit acht Jahren nicht mehr gewachsen. Bemerkbar macht sich dies auch in einem deutlichen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen.

          2016 sanken diese in Westeuropa das dritte Jahr in Folge und sind damit seit 2013, dem Höhepunkt der Eurokrise, um insgesamt 12 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2008 zurückgegangen. Das meldet der Verband Creditreform. In sechs der betrachteten 17 Länder Westeuropas stiegen die Insolvenzen allerdings.

          Teilweise war dies technisch bedingt, wie etwa in Dänemark wo zahlreiche Altfälle bearbeitet wurden, teilweise war der Zuwachs gering wie in Österreich und Norwegen. Dagegen stiegen mit einem Zuwachs von 12,2 Prozent um insgesamt 17.927 Fälle in Großbritannien die zahlen deutlich, ebenso in und in Luxemburg.

          Dagegen gingen sie in Spanien und in den Niederlanden um 20 und 16,5 Prozent zurück. Das war auch in Griechenland der Fall. Hier komme das Insolvenzverfahren in der Praxis allerdings nur selten zur Anwendung, so Creditreform, und so sind 108 Fälle wohl auch kaum aussagekräftig.

          Vor allem Bau- und Produktionsbetriebe mussten deutlich seltener Konkurs anmelden. Der Anteil der Bauinsolvenzen ist seit 2010 von 21 auf 19,6 Prozent zurückgegangen. Pleiten im Handel und dem Dienstleistungsgewerbe sind dagegen wesentlich häufiger geworden.

          Der Blick auf die aktuellen Jahresabschlüsse bestätige zudem, dass es den Unternehmen besser gehe. So seien die Margen vor Steuern und Zinsen weiter gestiegen. Mittlerweile wiesen 15,5 Prozent der Unternehmen Westeuropas, deren Bilanzen veröffentlicht seien, eine Gewinnspanne von mehr als 25 Prozent auf. Im Vorjahr waren es nur 14,7 Prozent. Spürbar gesunken sei von 25,3 auf 23,5 Prozent der Anteil der verlustbringenden Unternehmen. Gegenüber 2012 habe sich ihr Anteil sogar um 4,4 Prozentpunkte verringert.

          Indes weise immer noch knapp jedes vierte Unternehmen eine sehr niedrige Eigenkapitalquote von weniger als 10 Prozent auf. Grund seien die günstigen Kreditkonditionen.

          In den mittel- und osteuropäischen Staaten dagegen nahm die Zahl der Insolvenzfälle 2016 um 5,8 Prozent auf 98.668 Unternehmen zu, nachdem diese im Vorjahr noch um 8,3 Prozent gesunken war. Vor allem zwei Länder ziehen die Insolvenzstatistik nach oben: Kroatien, das nach Einführung eines neuen Insolvenzrechts im Jahr 2015 mit einem Zuwachs von 58,1 Prozent abermals ein deutliches Plus verzeichnete und Litauen mit einem Plus von 27,2 Prozent. Deutliche Rückgänge meldeten hingegen Tschechien und Polen sowie Rumänien und Bulgarien.

          In den Vereinigten Staaten hingegen sind die Insolvenzen nach drei Jahren des deutlichen Rückgangs 2016 deutlich um 27 Prozent gestiegen und haben mit knapp 38.000 wieder das Niveau von 2014 übertroffen.

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