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Internationaler Finanzmarkt : Am Ende einer Woche ohne Panik

Bild: F.A.Z.

Die Ausgabe von südeuropäischen Staatsanleihen ließ die Marktteilnehmer zunächst bange auf die Kurse blicken - schließlich standen die Sorgenkinder Spanien, Portugal und Italien auf der Agenda. Stattdessen beruhigten die Auktionen die Märkte.

          Die Katastrophe ist ausgeblieben. Noch vor sieben Tagen blickten die Marktteilnehmer bange in die nahe Zukunft. Schließlich standen Plazierungen von Papieren mehrerer europäischer Staaten, darunter die Sorgenkinder Spanien, Portugal und Italien, auf der Agenda. Doch die Auktionen verliefen insgesamt erfolgreich. Die Gebote waren mehr als ausreichend und die Konditionen für Emittenten wie Anleger akzeptabel. Die Marktteilnehmer pusteten erleichtert durch, und auch das Gerücht, in Brüssel werde längst an der Umsetzung von Hilfen für Spanien gewerkelt, sorgte nicht für dauerhafte Verwirrung. Am Wochenende allerdings erhielten die Gerüchte den Charakter von Nachrichten. Damit dürfte den Märkten wieder eine Phase der Unruhe bevorstehen.

          Der spanische Ibex-Aktienindex legte im Wochenverlauf um 7,2 Prozent zu. Eine unerwartet positive Gewinnprognose des Banco Santander für 2010 sowie die Bereitschaft der Politik, Sparkassen zusammenzulegen, wurden als gute Nachrichten gewertet, auch wenn die Kosten für Kreditausfallderivate (CDS) für kleinere Kreditinstitute in Spanien und Portugal immer noch sehr hoch sind. Als Zeichen der (vorübergehenden) Erleichterung mag auch der Kurs des Euro dienen, der nach Tiefständen von 1,1877 Dollar den Freitagshandel mit rund 1,21 Dollar beschloss.

          Seitwärtsbewegung seit Monaten

          Die Verunsicherung der internationalen Investoren zeigt sich seit einigen Monaten in ihrer sprunghaften Einstellung gegenüber dem Risiko. Mal sind sie optimistisch gestimmt. Dann kaufen sie Aktien und Rohstoffe. Dann ändern sie innerhalb kurzer Zeit ihre Meinung, verkaufen Aktien und Rohstoffe wieder und flüchten in Staatsanleihen erstklassiger Bonität wie Bundesanleihen oder amerikanische Staatspapiere. Denn die internationalen Aktienmärkte werden stark von Großanlegern beeinflusst, die je nach Risikoneigung zwischen unterschiedlichen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen schnell hin und her wechseln. Nehmen die Kursschwankungen am Aktienmarkt stark zu, verkaufen sie vorsichtshalber Aktien und gehen in Anleihen. Beruhigen sich die Aktienmärkte wieder, kehren diese Großanleger an den Aktienmarkt zurück, weil die sehr niedrigen Anleiherenditen nicht zum Verweilen locken. Im Ergebnis heißt das: Nachdem sich die Aktienkurse im vergangenen Jahr kräftig erholt haben, sehen wir seit Monaten eine Seitwärtsbewegung bei kurzzeitigen kräftigen Schwankungen nach unten und oben.

          Die Quadrantengrafik, die wir in dieser Woche erstmals abdrucken, belegt diese Entwicklung für die 30 Dax-Werte. Über die vergangenen 12 Monate haben sich viele Werte spektakulär erholt, wie die Vertikale zeigt. Der Kurs von Infineon hat seitdem um 99,6 Prozent zugelegt, der Kurs von Henkel um gut 70 Prozent, und auch Dax-Schwergewichte wie Siemens, BASF und Bayer konnten sich um mehr als 30 Prozent verbessern. Zwar gibt es auch Verlierer wie Salzgitter, K + S und Merck, aber der Dax liegt mit einem Aufschlag von 18,4 Prozent für die letzten 12 Monate deutlich im Plus.

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