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Vorwürfe im Insolvenzgutachten : Chaos in Prokons Buchhaltung

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Prokon baut Windkraft-Anlagen. Bild: dpa

Nach der Insolvenz von Prokon macht ein Gutachten dem Unternehmen Vorwürfe: In der Buchführung habe Chaos geherrscht. Das Firmenflugzeug soll vor allem zum Fallschirmspringen genutzt worden sein.

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          Das insolvente Windparkunternehmen Prokon hat einem Bericht zufolge eine unzulängliche Rechnungslegung betrieben. Ein wirksames Controlling oder eine Übersicht über die erwarteten Einnahmen- und Ausgabeströme habe es nicht gegeben, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf das gerichtliche Insolvenzgutachten. Erhebliche Teile der Kunden- und Anlegerakten hätten sich im Rahmen einer Umstellung auf die elektronische Erfassung offen und unsortiert in Kisten befunden. Zudem sei das Datensystem nicht zertifiziert gewesen.

          Prokon war im Januar in die Insolvenz gerutscht. Die Firma hatte sich durch den Verkauf sogenannter Genussrechte im Wert von 1,4 Milliarden Euro an rund 75.000 Anleger finanziert. Es hatte mit einer Verzinsung von sechs Prozent geworben und zeitweise bis zu acht Prozent ausgezahlt. Zuletzt konnte es aber keine Zinsen mehr zahlen und die Genussrechteinhaber auch nicht auszahlen. Nun müssen viele Prokon-Anleger um einen beträchtlichen Teil ihres Geldes fürchten. Der Fall hatte eine Debatte um den grauen Kapitalmarkt angestoßen und Rufe nach einer strengeren Regulierung laut werden lassen.

          Dem Bericht zufolge gab es bei Prokon fragwürdige Ausgaben. Es seien unbesicherte Kredite in Höhe von mehreren Millionen Euro an eine Ölmühle und an einen Holzverarbeiter geflossen, berichtete das „Handelsblatt“ weiter aus dem Insolvenzgutachten. Als Firmenflugzeug sei eine Turboprop-Cessna im Wert von einer Million Euro gewählt worden, die aber für längere Geschäftsflüge kaum geeignet gewesen sei. Prokon-Gründer Carsten Rodbertus habe den Flieger vor allem für sein Hobby Fallschirmspringen benutzt.

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